Nahost Große israelische Offensive
Gaza - Bei dem Vorgehen im Flüchtlingslager Chan Junis im Süden des Gazastreifens habe es sich um eine der größten Operationen der israelischen Streitkräfte seit 28 Monaten gehandelt, sagte der palästinensische Sicherheitschef Abdel Rasek Madschaidie. Nach Augenzeugenberichten rückte die Armee nach Mitternacht mit mehreren Dutzend Panzern ein.
Bei einem Gefecht seien ein Palästinenser erschossen und 14 weitere verletzt worden. Die israelischen Truppen sprengten nach eigenen Angaben sechs Metall verarbeitende Betriebe, in denen Waffen hergestellt worden seien. Die Palästinenser wiesen diese Darstellung zurück und erklärten, mehrere Wohnhäuser seien zerstört worden. Auch in Beit Hanun im Norden des Gazastreifens rückten Panzer ein. Dort zerstörte die Armee nach palästinensischen Angaben zwei Häuser. Eines davon habe einem Aktivisten der Organisation Islamischer Dschihad gehört, der bei einem Angriff auf ein israelisches Schiff im vergangenen Jahr getötet worden sei. Krankenhausmitarbeiter sagten, ein 45-jähriger Palästinenser sei von Soldaten mit einem Schuss in den Kopf getötet worden.
Angriff der Palästinenser
Im Westjordanland umstellten israelische Truppen am Sonntag Dschenin. Mindestens 30 gepanzerte Fahrzeuge und Jeeps rückten nach Augenzeugenberichten in die Stadt ein. Soldaten seien von Haus zu Haus gegangen, offensichtlich auf der Suche nach mutmaßlichen Extremisten. Bereits am Samstag war ein 20-jähriger Palästinenser im Flüchtlingslager Askar im Westjordanland von israelischen Soldaten erschossen wurde.
Der palästinensische Angriff auf einen israelischen Lastwagen ereignete sich nahe Hebron. Bei dem erschossenen Angreifer habe es sich um einen Hamas-Aktivisten gehandelt. Weiter teilte die Armee mit, Palästinenser hätten aus dem Gazastreifen drei Raketen auf die Stadt Sderot in der Wüste Negew geschossen. Die Raketen seien auf offenem Feld gelandet. Zuvor seien zwei palästinensische Jungen im Alter von neun und dreizehn Jahren verhaftet worden, nachdem sie mit Messern bewaffnet in die jüdische Siedlung Nezarin eingedrungen seien. Appell Arafats
"Die Anschläge auf Zivilpersonen schaden unserer Sache sehr", erklärte Arafat am Samstag. Sie beeinflussten die öffentliche Meinung, die israelischen Friedensbefürworter und das weltweite Ansehen der Palästinenser. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon kritisierte Arafats Aufruf scharf. "Lange vor der Wahl ist es möglich, zu morden", sagte er sarkastisch auf einer Kabinettssitzung am Sonntag. "Kurz vor der Wahl ist es am besten, damit aufzuhören. Und danach ist es wünschenswert, wieder fortzufahren."