Nahost Israel gibt Libanon-Blockade auf
Jerusalem Das über der Hauptstadt Beirut kreisende Flugzeug markierte das Ende der Blockade des Luftraums. Nur wenige Minuten nachdem bekannt wurde, dass die Blockade zu Ende geht, landete ein aus Paris kommendes Flugzeug der Middle East Airways auf dem internationalen Flughafen von Beirut. Die israelische Regierung teilte mit, die Armee werde sich an den angekündigten Zeitplan halten und ihren Rückzug am frühen Abend einleiten.
Den Angaben zufolge wird es mehrere Stunden oder möglicherweise sogar einen ganzen Tag dauern, um die Blockade vollständig aufzuheben. "Es geschieht stufenweise", sagte eine Regierungssprecherin in Jerusalem. Die Verantwortung für die Überwachung des libanesischen Luft- und Schiffverkehrs werde Schritt für Schritt an internationale Truppen übergeben.
Israel hat die Blockade vor acht Wochen zum Auftakt des Libanon-Kriegs begonnen. Ihr Ziel war demnach, Waffenschmuggel an die libanesische Hisbollah-Miliz zu unterbinden, die den Krieg ausgelöst hat und während der fünfwöchigen Kämpfe tausende Raketen auf Nordisrael abgefeuert hat.
Die libanesische Regierung hatte zuletzt ihren Druck erhöht, um eine Aufhebung der Blockade zu erreichen. Sie machte ein Ende zur Bedingung für ihre Bereitschaft, internationale Truppen vor seinen Küsten zu akzeptieren. Zudem drohte sie am Mittwoch damit, die Blockade zu brechen, sollte Israel sie nicht innerhalb von 48 Stunden beenden.
Wegen des Streits hat sich die Entscheidung Deutschlands verzögert, sich mit Marine-Soldaten an dem Friedenseinsatz zu beteiligen. Die deutschen Soldaten sollen die Überwachung der libanesischen Küste übernehmen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Aufhebung der Luft- und Seeblockade begrüßt. Ich bin sehr froh, dass mit dem heutigen Tag die Luftblockade aufgehoben werden kann, wahrscheinlich auch die Seeblockade, sagte Merkel nach einem Treffen mit dem kuweitischen Ministerpräsidenten Scheich Nasser Mohammed al-Ahmed al-Sabah in Berlin. Merkel verwies darauf, dass Deutschland mit der Entsendung von Bundespolizisten und Zollbeamten einen Beitrag dazu geleistet habe. Die Bundesrepublik werde mit technischen Mitteln helfen und Hilfe beim Ausführen von Grenzkontrollen und Kontrollen an den Häfen leisten.
Zwei Bundespolizisten und zwei Zollbeamte sollten noch heute gemeinsam mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) im Libanon eintreffen. Drei weitere Bundespolizisten sollen nach Angaben des Bundesinnenministeriums mit einer Linienmaschine folgen. Sie sollen die libanesischen Behörden beim Aufbau einer effektiven Grenzsicherung am Flughafen unterstützen und unter anderem in von Deutschland gelieferte Scanner zum Erkennen gefälschter Dokumente einweisen.
Damit unternehme Deutschland einen ersten verantwortlichen Schritt, um die Souveranität des Libanon auch zu stärken, sagte Merkel. Damit könnte der Weg offen sein für die Anforderungen des Libanon bei den Vereinten Nationen für den Schutz der seeseitigen Grenzen, so die Kanzlerin.
asc/AFP/Reuters