Nahost Israel lässt Bulldozer sprechen
Gaza-Stadt - Nach palästinensichen Angaben rückte die israelische Armee am Freitag erneut in den Gaza-Streifen vor. Panzer hätten mehrere Granaten abgefeuert und seien mit Planierraupen bis zu 800 Meter weit in die Stadt Deir el Balah eingerückt, wo sie einen Polizeiposten und drei Häuser zerstört hätten.
Die israelische Armee teilte mit, sie habe den Polizeiposten nach einem palästinensischen Granatenangriff zerstört, bei dem zwei Soldaten verletzt worden seien.
Den Sicherheitskreisen zufolge blockierten Panzer bei dem Vorstoß eine wichtige Ost-West-Verbindung. "Wir konnten gerade noch die Kinder mitnehmen und davonlaufen, bevor die drei Panzer und die Planierraupe die Häuser zerstörten", sagte ein Palästinenser später vor den Trümmern seines Hauses.
Palästinenser greifen mit Granaten an
Nach Angaben der israelischen Armee hatten Palästinenser mehrere Granaten in die Nähe der jüdischen Siedlung Gusch Katif im Gaza-Streifen abgefeuert. Die Angreifer seien danach in Richtung des Polizeipostens in Deir el Balah geflohen, weshalb dieser zerstört worden sei. Augenzeugen zufolge nahm die Armee später das Gebiet in der Stadt erneut unter Beschuss. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.
Israel war in den vergangenen Wochen mehrfach auf palästinensisches Gebiet vorgedrungen und hatte dort Polizeiposten und weitere Gebäude zerstört. Israel hat seit 1993 Teile der seit 1967 besetzten Gebiete in palästinensische Verwaltung entlassen.
In der Nacht war es im Westjordanland und nahe der Grenze zwischen dem Gaza-Streifen und Ägypten zu Gefechten gekommen, bei denen zwölf Palästinenser verletzt wurden.
USA zum Mitchell-Bericht
Die USA begrüßten unterdessen den Bericht einer Untersuchungskommission über die Ursache der Gewalt als mögliche Grundlage für neue Friedensinitiativen. Außenminister Colin Powell sprach am Donnerstag in Washington von einem sehr guten Bericht. "Der Mitchell-Bericht könnte uns auch eine Ausgangsbasis schaffen, um neue Friedensinitiativen zu beginnen", sagte er vor einem Ausschuss des US-Senats.
In dem Bericht der Kommission unter der Leitung des ehemaligen US-Senators George Mitchell wird Israel aufgefordert, den Siedlungsbau zu stoppen. Der Siedlungsbau in den besetzten Gebieten stellt auch nach Einschätzung der USA eine Provokation der Palästinenser dar. Israel hat zwar angekündigt, keine neuen Siedlungen zu errichten, jedoch die bestehenden wegen der Bevölkerungszunahme auszubauen.