Nahost: Israel verschiebt Truppenabzug - DER SPIEGEL
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Nahost Israel verschiebt Truppenabzug

Der am 20. Januar anstehende israelischen Truppenabzug aus weiteren 6,1 Prozent des Westjordanlandes wird verschoben. Die Palästinenser sind empört.
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Jerusalem - Die Entscheidung ziele darauf ab, die für denselben Tag geplanten Gespräche zwischen Palästinenser-Präsident Jassir Arafat und Israels Ministerpräsident Ehud Barak zu belasten, sagte Arafats Unterhändler Jassir Abed Rabbo am Sonntag. Arafat soll in den USA Präsident Bill Clinton seine Vorstellungen für einen Friedensvertrag mit Israel darlegen und am Donnerstag mit Barak zusammentreffen. Barak reist diese Woche zur nächsten Runde der Friedensgespräche mit Syrien in die USA.

Israel verstoße mit der Entscheidung gegen das Nahost- Abkommen vom September, sagte Rabbo am Sonntag in Jordanien. Die jordanische Nachrichtenagentur Petra zitierte ihn mit den Worten, in den Vereinbarungen mit Israel stehe nichts darüber, dass Israel den Abzug verschieben könne. Dagegen erklärte das Büro Baraks, nach dem Abkommen von Scharm el Scheich sei eine Verschiebung jedes Räumungstermins um drei Wochen möglich. Aus israelischen Regeirungskreisen verlautete, mit einem Abzug aus den Gebieten sei nicht vor der Rückkehr Baraks aus den USA zu rechnen. Für dessen Rückreise steht bislang noch kein Termin fest.

Das im September in Scharm el Scheich von den Palästinensern und Israel vereinbarte Abkommen sieht bis Donnerstag einen Abzug Israels aus weiteren 6,1 Prozent des Westjordanlands vor. Bereits der vorangegangene Abzug aus fünf Prozent des Westjordanlands am 5. und 6. Januar hatte sich wochenlang verzögert. Beide Seiten hatten sich lange nicht darauf einigen können, welche Gebiete Israel zurückgeben soll. Die israelisch-syrischen Verhandlungen, die am Mittwoch in den USA fortgesetzt werden, sollen nach israelischer Darstellung nicht zu Lasten der Palästinenser gehen. Bei den Verhandlungen geht es insbesondere um den Abzug Israels von den Golan-Höhen, die es seit 1967 besetzt hält. Nach erfolgreichen Verhandlungen mit Syrien und dem Libanon will sich Israel auch aus der im Südlibanon besetzten Pufferzone zurückziehen.