Nahost-Konflikt Israel teilt Gazastreifen
Gaza - Soldaten errichteten Blockaden an zentralen Verbindungsstraßen, so dass Palästinenser nicht von einem Teil in den anderen reisen können. Hintergrund der ersten Aktion dieser Art seit Monaten waren der Anschlag vom Vortag im südlichen Teil des Autonomiegebiets sowie Warnungen vor neuen Anschlägen, wie der israelische Armeesender meldete.
Am Freitag hatte ein bewaffneter Palästinenser im südlichen Gazastreifen einen israelischen Siedler erschossen. Zu der Tat bekannte sich die radikale Gruppe Islamischer Dschihad. Am Samstag nahmen Soldaten im Flüchtlingslager von Dir el Balah zwei mutmaßliche Dschihad-Aktivisten fest. Die Truppen zerstörten auch ihre Häuser im Flüchtlingslager von Dir el Balah. Die beiden Männer werden verdächtigt, einen Angriff auf die jüdische Siedlung Kissufim vor einigen Monaten geplant zu haben. Insgesamt wurden in der Nacht zum Samstag in den Palästinensergebieten acht von Israel gesuchte Palästinenser festgenommen.
Die palästinensische Führung äußerte sich am Samstag enttäuscht über ein Treffen des US-Präsidenten George W. Bush und den anderen Mitgliedern des so genannten Nahost-Quartetts am Vortag in Washington. Ein Berater des Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat kritisierte im palästinensischen Rundfunk die Entscheidung der USA, den "Fahrplan" zur Lösung des Nahost-Konflikts bis nach den israelischen Wahlen am 28. Januar aufzuschieben. "Jede weitere Verzögerung des Plans wird zu einer weiteren Verschlimmerung der Lage beitragen und den Friedensbemühungen schaden", sagte Nabil Abu Rudeineh.
Informationsminister Jassir Abed Rabbo sagte, die Palästinenser hätten auf eine Veröffentlichung des Plans noch vor den Wahlen gehofft, "damit der israelische Wähler weiß, welchen Weg er einschlagen sollte". Er warf den USA vor, mit der Verzögerung das rechte Lager in Israel zu unterstützen. Er lobte auf der anderen Seite die europäische Position, die auf eine sofortige Veröffentlichung des Plans gedrungen hatte.