Nahost-Konflikt: Neue Gefechte statt Rückzug - DER SPIEGEL
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Nahost-Konflikt Neue Gefechte statt Rückzug

Kurz vor dem angekündigten Abzug der israelischen Armee aus Bethlehem ist es dort erneut zu Auseinandersetzungen gekommen. Palästinenserpräsident Arafat befürchtet, dass Israel seine Rückzugszusagen nicht halten wird.
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Bethlehem/Gaza - In Gaza feuerte ein israelischer Panzer mindestens vier Raketen auf bewaffnete Palästinenser, berichteten Augenzeugen. Palästinenser hatten zuvor mit einem schweren Maschinengewehr auf ein Gebäude geschossen, in dem sich offenbar israelische Soldaten verschanzt hatten. Die Armee erklärte, sie habe nur leichte Waffen bei Zusammenstößen mit Palästinensern eingesetzt. Am Morgen hatten Vertreter der Sicherheitskräfte beider Seiten über den Abzug der Soldaten beraten. Israel hatte "absolute Ruhe" in den Palästinenser-Gebieten als Bedingung dafür gefordert.

Berichte über Schießereien gab es am Samstag auch aus einem Flüchtlingslager bei Bethlehem sowie aus einem Gebiet nahe der jüdischen Siedlung Elon Moreh bei Nablus.

Arafat erklärte am Samstag in Gaza, er zweifle an den Zusagen Israels. Es wäre nicht das erste Mal, dass Abkommen nicht erfüllt würden. Die Israelis waren nach der Ermordung des israelischen Tourismusministers Rehawam Seewi in palästinensisches Gebiet vorgedrungen. Bei der Militäraktion wurden mehr als 40 Palästinenser und ein Israeli getötet, die Mörder Seewis aber nicht gefunden.

Bundesaußenminister Joschka Fischer übermittelte am Freitag Israels Regierung ein Angebot des Palästinenser-Präsidenten Jassir Arafat, das die Überwachung verhafteter palästinensischer Extremisten durch die Europäische Union (EU) vorsieht. Die EU- Kontrolle soll in zwei Gefängnissen im Westjordanland und im Gaza-Streifen stattfinden. Fischer war in Gaza-Stadt mit Arafat zusammengetroffen und hatte nach eigenen Angaben anschließend mit Scharon telefoniert.

Der israelische Einmarsch hatte für Verärgerung in den USA gesorgt, die sich um die Unterstützung moslemischer Staaten für ihre Militäraktion in Afghanistan bemühen.