Nahost Neue Gewalt bedroht Waffenruhe
Gaza - Der 22 Jahre alte Hamas-Aktivist wurde am Rande des Flüchtlingslagers von Rafah, im Grenzgebiet zwischen dem Gaza-Streifen und Ägypten, mit einem Kopfschuss getötet. Bewohner berichteten, sie hätten kurz vor dem Schuss eine Explosion gehört - möglicherweise eine Bombe. Die israelische Armee erklärte, Palästinenser hätten mit Gewehren und Granaten auf Soldaten geschossen, die daraufhin das Feuer erwidert hätten.
Die Lage im Gaza-Streifen hatte sich nach dem Vorfall immer weiter zugespitzt. Palästinensische Extremisten feuerten Augenzeugenberichten zufolge Dutzende Mörsergranaten auf jüdische Siedlungen. Die israelische Luftwaffe griff zum ersten Mal seit Beginn der Waffenruhe im Februar eine Gruppe militanter Palästinenser an. Dabei wurde ein Hamas-Aktivist lebensgefährlich verletzt. Er erlag in den späten Abendstunden in einem Krankenhaus in Gaza-Stadt seinen Verletzungen. Ein Sprecher erklärte, die Hamas behalte sich das Recht auf Vergeltung vor. Die Waffenruhe widerrief er aber nicht. Drei palästinensische Polizisten wurden durch Schüsse der Organisation verletzt. Die Polizisten hatten versucht, die militanten Palästinenser am Beschuss der Siedlungen zu hindern.
Das israelische Innenminsterium erklärte, der Ausbruch der Gewalt werde nicht folgenlos bleiben. Israels Ministerpräsident Ariel Sharon forderte die Palästinenserführung dazu auf, die Mörserangriffe sofort zu unterbinden. Israelische Medien berichteten, die Armee bereite sich auf einen größeren Einsatz vor, sollte dies nicht gelingen.