Nahost Neue Hoffnung auf Frieden
Jerusalem - Der israelische Chefunterhändler Gilead Scher soll am Donnerstag nach Washington reisen, um dort Einzelheiten über die jüngste Position des palästinensischen Präsidenten Arafat zu erfahren. Die Entscheidung, Clintons Vorschläge anzunehmen, habe das israelische Sicherheitskabinett auf einer Sitzung am Abend gefällt, teilte der Sprecher der Verkehrsministeriums, Amit Simmer, mit. Die Wiederaufnahme von Verhandlungen könnte in den nächsten Tagen beginnen. Die israelische Delegation soll von Außenminister Schlomo Ben-Ami angeführt werden.
Der israelische Ministerpräsident Ehud Barak hatte Clintons Initiative bereits in der vergangenen Woche unter der Bedingung akzeptiert, dass Arafat dies ebenfalls tue. Dieser hatte sich am Dienstag zweimal mit Clinton getroffen. Am Mittwoch erklärte der Vertreter der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) in Washington, Hassan Abdel Rahman, Arafat habe den Vorschlägen des US-Präsidenten unter Vorbehalt als Basis für neue Verhandlungen zugestimmt. Aus Kreisen der palästinensischen Autonomiebehörde verlautete, Arafat habe sich bereit erklärt, zwölf Tage intensiv mit Israel zu verhandeln. Arafat will das weitere Vorgehen am Donnerstag mit den arabischen Außenministern in Kairo besprechen.
Clintons Vorschlag sieht vor, dass ein künftiger Staat Palästina 95 Prozent des Westjordanlands und den gesamten Gazastreifen umfassen soll. Israel soll den Palästinensern außerdem die Oberhoheit über den arabischen Ostteil von Jerusalem zugestehen. Im Gegenzug sollen die Palästinenser auf ein Rückkehrrecht für die rund vier Millionen Flüchtlinge verzichten. Die beteiligten Parteien stehen unter Zeitdruck, da Clinton am 20. Januar aus dem Amt scheidet. In Israel wird am 6. Februar der Ministerpräsident gewählt.