Nahost-Reise Papst trifft Arafat
Bethlehem - Bei einem offiziellen Empfang durch Palästinenser-Präsident Jassir Arafat forderte Johannes Paul II. "sichere Garantien für alle beteiligten Völker auf der Basis des internationalen Rechts und der relevanten Uno-Resolutionen". Gleichzeitig verlangte der Papst internationale Hilfe für die Menschen in den palästinensischen Flüchtlingslagern. Jeder wisse, wie sehr die Palästinenser in den vergangenen Jahrzehnten gelitten hätten, sagte der Papst bei der Begrüßungszeremonie. Das Leiden dauere viel zu lange an. Der Vatikan habe schon immer anerkannt, dass die Palästinenser ein Recht auf ein Heimatland sowie auf ein friedliches Zusammenleben mit den anderen Volksgruppen in der Region hätten.
Arafat würdigte das Kirchenoberhaupt als einen Mann "der Erwartung und der Hoffnung für das palästinensische Land und sein Volk". Die Palästinenser werten den Besuch des Papstes als Unterstützung ihrer Pläne, im Westjordanland und im Gaza-Streifen einen unabhängigen Staat auszurufen. Während seines eintägigen Aufenthalts in der biblischen Geburtsstadt Jesu Christi wird der Papst unter anderem Station in dem palästinensischen Flüchtlingslager Dheischeh machen. In Bethlehem ist für Mittwoch zudem eine Freiluftmesse für rund 20.000 Gläubige geplant. Anschließend soll der Papst die Geburtskirche betreten, eine der heiligsten Stätten des Christentums.