Nahost-Reise: Schröder in Syrien - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Nahost-Reise Schröder in Syrien

Bei seiner Nahost-Reise ist Bundeskanzler Gerhard Schröder in Syrien eingetroffen. Bei Gesprächen in Jordanien hatte er zuvor für eine Fortsetzung des Friedensprozesses geworben. In den Palästinensergebieten kam es unterdessen erneut zu Zusammenstößen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Amman/Damaskus/Jerusalem - Schröder rief die Konfliktparteien nach einem Treffen mit dem jordanischen König Abdullah zur Wiederaufnahme von Verhandlungen auf. Zur Fortsetzung des Friedensprozesses seien Zugeständnisse von beiden Seiten nötig, sagte der Kanzler in Amman.

Anschließend reiste Schröder in die syrische Hauptstadt Damaskus weiter. Dort traf er sich mit Ministerpräsident Mohammed Mustafa Miro und Staatspräsident Baschar al-Assad. Auch dabei ging es um Möglichkeiten, den Frieden zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn zu fördern.

Außerdem standen bilaterale Fragen auf dem Programm, wie etwa die Schulden von schätzungsweise einer Milliarde Dollar, die Syrien seit DDR-Zeiten gegenüber Deutschland hat. Im syrischen Finanzministerium nimmt man an, dass ein Teil erlassen und der Rest nach fünf tilgungsfreien Jahren über 20 Jahre zurückgezahlt werden könnte.

Am Dienstag will der Kanzler nach Israel weiterreisen, am Mittwoch wird er im palästinensischen Autonomiegebiet erwartet.

In den besetzten Gebieten ist es am Montag wieder zu blutigen Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Soldaten gekommen. Dabei wurden im Gaza-Streifen und im Westjordanland erneut Dutzende von Palästinensern verletzt. Im arabischen Ostteil Jerusalems wurde ein jüdischer Wachmann getötet.

Zu Beginn der neuen parlamentarischen Sitzungsperiode warf Israels Ministerpräsident Ehud Barak den Palästinensern vor, den "Weg der Gewalt" gewählt zu haben. Begleitet von wütenden Zwischenrufen arabischer Parlamentarier sagte Barak in der Knesset in Jerusalem, seine Regierung habe bei den Verhandlungen mit den Palästinensern "jeden Stein auf der Suche nach Frieden umgedreht". Israel sei zu "herzzerreißenden" Konzessionen bereit gewesen, aber nicht zu einem "Kapitulationsfrieden".

Der israelische Oppositionsführer Ariel Scharon sagte, die Opposition sei zur sofortigen Bildung einer "Regierung des nationalen Notstands" bereit. Bedingung sei eine Einigung mit Barak über die israelische Reaktion auf die einseitige Ausrufung eines palästinensischen Staates, betonte Scharon. Es müsse geklärt werden, welche Gebiete Israel in einem solchen Fall behalten wolle.

Mehr lesen über