Nahost: Syrer bleiben bis April im Libanon - DER SPIEGEL
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Nahost Syrer bleiben bis April im Libanon

Ein schneller Abzug der syrischen Truppen aus dem Libanon ist nicht absehbar. Erst im April sollen entsprechende Pläne vorbereitet werden. Die Uno unterstützt einen behutsamen Rückzug der selbst ernannten Schutzmacht.
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Washington/Beirut - Syrien werde sich nicht vor April aus dem Libanon zurückziehen, sagte der libanesische Außenminister Mahmud Hammud. Bei einem Treffen hochrangiger Offiziere beider Staaten sollen erst dann die Modalitäten für den Abzug geklärt werden.

Libanon hat am Sonntag seine Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen bei der Frage des vollständigen Abzugs syrischer Truppen zugesagt. Im Gespräch mit dem Uno-Sonderbeauftragten für die Region, dem Norweger Terje Roed-Larsen, beharrten Staatspräsident Émile Lahoud und Außenminister Hammud aber darauf, dass der Zeitpunkt des endgültigen Abzugs zwischen den Regierungen Libanons und Syriens festgelegt werden müsse, wie im Friedensabkommen von Taif 1989 vorgesehen.

Roed-Larsen räumte ein, dass der syrische Abzug, wie ihn die Uno-Resolution 1559 vom September 2004 verlangt, nicht auf Kosten der politischen Stabilität Libanons erfolgen könne. Die USA, Frankreich und die Europäische Union dringen auf einen endgültigen Abzug vor den für Mai vorgesehenen Wahlen in Libanon.

Abzug hat begonnen

Am Wochenende waren die ersten 4000 der etwa 15.000 im Libanon stationierten syrischen Soldaten zurückgekehrt. Bis Ende März will Syrien laut US-Medienberichten insgesamt ein Drittel der Truppen abziehen. Das berichteten die Tageszeitungen "Washington Post" und "New York Times" unter Berufung auf Informationen von den Vereinten Nationen und der US-Regierung.

Demnach sollen bis Monatsende auch ein Drittel der etwa 5000 syrischen Geheimdienstmitarbeiter das Nachbarland verlassen und das Hauptquartier des syrischen Geheimdienstes in Beirut geschlossen werden. Die verbleibenden syrischen Soldaten und Geheimdienstmitarbeiter sollten in der libanesischen Bekaa-Ebene an der syrischen Grenze konzentriert werden.

Hochrangige US-Regierungsmitarbeiter hätten den Schritt Syriens zwar begrüßt, aber zugleich große Sorge geäußert, weil die Führung in Damaskus kein Datum für den vollständigen Abzug genannt habe, schreibt die "Washington Post".

Anhänger Syriens demonstrieren Stärke

Rund 100.000 Anhänger der rivalisierenden Schiiten-Bewegungen Hisbollah und Amal haben am Sonntag in Süd-Libanon Syrien für seine Hilfe in der Vergangenheit gedankt und gegen ausländische Einmischungen protestiert. Bei einer prosyrischen Großdemonstration in Nabatijeh rief die Menge "Danke, Syrien" und "Danke, Assad" und schwenkte Poster des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und des Hisbollah-Chefs Scheich Hassan Nasrallah.

Für Montag haben die antisyrischen Kräfte zu einer neuen Massendemonstration in Beirut aufgerufen. Dann ist genau ein Monat seit der Ermordung des früheren Ministerpräsidenten Rafik Hariri vergangen. Für den Mord macht die Opposition die syrische und die eigene Regierung verantwortlich.

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