Nahost: Verhandlungsmarathon hat begonnen - DER SPIEGEL
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Nahost Verhandlungsmarathon hat begonnen

Es dürfte die letzte Chance für Ehud Barak sein. In einem Verhandlungsmarathon im ägyptischen Badeort Taba will Israels Premier doch noch ein Friedensabkommen mit den Palästinensern erreichen.
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Taba/Kairo/Jerusalem/Gaza - Die Friedensgespräche begannen in der Nacht zum Montag, sind aber nach zwei Stunden bereits wieder unterbrochen worden. Nach US-Medienberichten sollen die Verhandlungen am Montagmorgen wieder aufgenommen werden.

In einem Verhandlungsmarathon von zehn Tagen wollen beide Konfliktparteien versuchen, sich auf Eckpunkte für einen dauerhaften Friedensvertrag zu verständigen. Israel will den Nutzen der Verhandlungen bis Mittwoch bewerten und dann entscheiden, ob sie fortgesetzt oder bis nach den Wahlen zu einem neuen israelischen Ministerpräsidenten am 6. Februar verschoben werden. Das sagten am Sonntagabend Regierungsbeamte im israelischen Rundfunk.

Die Gespräche begannen am Sonntagabend in Taba, südlich der israelischen Hafenstadt Eilat, zunächst mit der Formulierung einer Tagesordnung für die Verhandlungen. Knapp zwei Wochen vor den Wahlen des Ministerpräsidenten in Israel sind beide Seiten hinsichtlich eines gemeinsamen Abkommens skeptisch. Strittig bleiben vor allem die Zukunft Jerusalems und das Schicksal der knapp vier Millionen palästinensischen Flüchtlinge und Vertriebenen. Die israelische Verhandlungsdelegation wird von Außenminister Schlomo Ben-Ami geleitet, die palästinensische von Parlamentspräsident Ahmed Kurei (Abu Ala).

Barak äußerte sich am Sonntag skeptisch über die Aussichten auf eine Einigung. "In der kurzen Zeit, die uns verbleibt, ist die Chance, die Kluft zu überbrücken, nicht sehr groß", sagte Barak dem Armeesender. Barak hatte am Samstagabend ein Verhandlungsangebot des Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat angenommen.

Arafat lehnte Sonntagabend in Gaza nach einem dreistündigen Treffen mit dem türkischen Außenminister Ismail Cem die Bedingungen Baraks bezüglich der Flüchtlinge, Jerusalems und der jüdischen Siedlungen für eine dauerhafte Lösung ab. Baraks Bedingungen widersprächen den Vereinbarungen von Oslo und Scharm el-Scheich, "die von Ehud Barak und Jassir Arafat unterschrieben wurden". Arafat sagte ferner, Cem habe ihn über Gespräche mit Ben-Ami von der vergangenen Woche in Ankara informiert.

Scharfe Kritik vom Likud

Barak und Arafat hatten noch am Freitag telefonisch über die seit dem Nahost-Gipfel von Camp David Ende Juli 2000 ausgesetzten Verhandlungen konferiert. Der aus dem Amt geschiedene US-Präsident Bill Clinton hatte beide Politiker zuvor zur Wiederaufnahme der Verhandlungen ermuntert. Der überraschenden Entscheidung zu dem Verhandlungsmarathon waren intensive Gespräche beider Seiten über eine Verringerung der am 28. September ausgebrochenen Gewalt in den Palästinensergebieten vorausgegangen, der bislang 341 Palästinenser und 42 Israelis zum Opfer gefallen sind.

Die oppositionelle Likud-Partei in Israel kritisierte am Sonntag entschieden die Gespräche in Taba. Der Likud-Abgeordnete Meir Schitrit bekräftigte, der rechtsorientierte Kandidat Ariel Scharon werde ein mögliches Abkommen nicht akzeptieren, sollte er am 6. Februar zum neuen Ministerpräsidenten gewählt werden.

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