Nahost: Waffenruhe schließt Morde mit ein - DER SPIEGEL
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Nahost Waffenruhe schließt Morde mit ein

Die Israelis beklagen die Tötung eines ihrer Soldaten durch al-Aksa-Brigaden. Der militante Flügel von Jassir Arafat sieht die Tat wiederum als Rache für die Tötung ihres Anführers vermutlich durch ein israelisches Kommando. Offiziell nennt sich das Ganze Waffenruhe.
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Jerusalem - Die Waffenruhe, von Palästinenserchef Arafat angeordnet, will die palästinensische Führung jedenfalls trotz der jüngsten, tödlichen Zwischenfälle im Westjordanland und im Gazastreifen fortsetzen. Der Führer der Fatah-Bewegung Arafats im Westjordanland, Hussein el Scheich, sagte dazu am Dienstag im israelischen Rundfunk, die Erschießung eines israelischen Soldaten bei Tulkarem am Montag sei als Reaktion auf die Liquidierung ihres örtlichen Kommandanten Raed Karmi zu verstehen und nicht das Ende der Waffenruhe.

Karmi war am Montagmittag bei der Explosion einer Bombe zerfetzt worden, die nach palästinensischen Angaben vom israelischen Geheimdienst gelegt worden war. Nach dem Vorfall in Tulkarem, erneuerte die israelische Armee die Blockade um die Stadt.

Nach Angaben el Scheichs hat Arafat selbst die Einhaltung der Waffenruhe bekräftigt. Allerdings gebe es "eine Grenze für unsere Geduld". "Wir stehen unter starkem Druck der Bevölkerung", sagte der Politiker. Die Palästinenser könnten die "Kriegspolitik" des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon nicht viel länger ertragen.

Kritik an Israel übte unterdessen die USA. Sie nannte die Zerstörung palästinensischer Häuser durch die israelische Armee provokativ. "Schritte wie die Vertreibung von Menschen durch die Zerstörung von Häusern oder Besitz, so wie heute in Jerusalem geschehen, sind provokativ", sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums am Montag in Washington. Kritik in Richtung Israel gab es auch von der EU. Unter Hinweis auf die Zerstörung palästinensischer Häuser im Gaza-Streifen sagte eine Sprecherin der Europäischen Union in Brüssel, dieses Vorgehen trage nicht zur Wiederherstellung der Ruhe oder einem Ende der Gewalt bei. Die Arabische Liga kritisierte, dass die Nationen der Welt nichts gegen das israelische Vorgehen unternähmen.

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