Nahostgespräche Abzug, nein danke!
Jerusalem - Wie aus israelischen Regierungskreisen verlautete, sei der palästinensischen Seite das Angebot als zu gering erschienen. Palästinensische Regierungsvertreter hatten wiederholt die Kontrolle über Ramallah verlangt, dem Regierungssitz im Westjordanland, wo der palästinensische Präsident Jassir Arafat praktisch unter Hausarrest steht. Mofas sagte nach dem Treffen mit Dahlan in einem Hotel in Jerusalem, die Forderung der Palästinenser müsse überdacht werden und es werde bald ein weiteres Treffen geben.
Wie der israelische Rundfunk berichtete, forderte Mofas die Palästinenserführung erneut auf, gegen Terroristen vorzugehen. Ansonsten drohe ein Zusammenbruch der von den militanten Palästinensergruppen verkündeten Waffenruhe. Bereits vor dem Treffen hatte Dahlan die Forderung nach einem gewaltsamen Vorgehen gegen palästinensische Extremistengruppen zurückgewiesen. Er werde es nicht zulassen, sagte er, dass Israel "einen internen Konflikt unter den Palästinensern schafft".
US-Präsident George W. Bush äußerte sich nach dem Besuch des israelischen Regierungschefs Ariel Scharons am Mittwoch zuversichtlich über die Schaffung eines palästinensischen Staates bis 2005. "Ich glaube, wir machen ziemlich große Fortschritte", sagte Bush in Washington. Die Palästinenser dagegen äußerten sich enttäuscht über das Treffen Bushs mit Scharon. Sie kritisierten insbesondere, dass Bush keinen Baustopp für den Grenzzaun zwischen Israel und dem Westjordanland forderte.
Auch Uno-Generalsekretär Kofi Annan verurteilte den Sicherheitszaun am Mittwochabend. "Zäune machen gute Nachbarn, aber nur, wenn man sie auf seinem eigenen Gelände errichtet und seinen Nachbarn nicht stört", sagte Annan in New York.
Israel argumentiert, die teils aus Metall, teils auch aus Beton bestehende Anlage diene zur Absicherung Israels gegen Terrorüberfälle aus dem Westjordanland. Die Palästinenser verglichen den Zaun indes mit der "Berliner Mauer" und warfen Israel vor, mit dem Bau eine "Landnahme" zu betreiben.
Annan forderte Israel zudem auf, den Friedensfahrplan nicht dadurch zu belasten, dass bestimmte darin vorgesehene Schritte mit neuen Bedingungen verknüpft würden. Die Uno gehört wie die USA, die Europäische Gemeinschaft (EU) und Russland zu den Architekten der so genannten "Roadmap" für einen Frieden in Nahost. Der Plan sieht unter anderem eine Beendigung der israelischen Siedlungstätigkeit in den besetzten Gebieten und die Schaffung eines Palästinenserstaats bis 2005 vor.