Nahostkonflikt Arafat will Scharon sprechen
Jerusalem/Gaza - Jassir Arafat habe die Türkei gebeten, ein Treffen mit Ariel Scharon zu vermitteln, berichtet der israelische Rundfunk am Freitag unter Berufung auf diplomatische Kreise in Jerusalem. Arafat hatte zuvor bereits den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak um Vermittlung gebeten.
Scharon hat ein Treffen mit Arafat bislang abgelehnt, solange dieser nicht die Gewalt gegen Israel in den besetzten Palästinensergebieten stoppt und nicht bereit ist, die Sicherheitszusammenarbeit mit den israelischen Behörden wieder aufzunehmen.
Erst am Donnerstag hatte ein palästinensischer Extremist in einem Sammeltaxi in Nordisrael eine Bombe gezündet und dabei einen israelischen Fahrgast getötet. Der Attentäter selbst hatte schwere Verletzungen erlitten und beide Beine verloren. Inzwischen steht nach israelischen Angaben fest, dass der Mann, der Mitglied der radikal-fundamentalistischen Hamas-Organisation ist, auch einen - in letzter Minute vereitelten - Bombenanschlag im Zentrum Tel Avivs am Mittwochabend versucht hat. Die Polizei nahm noch am Donnerstag eine israelische Komplizin des Attentäters in Tel Aviv fest.
Allein am Freitag drei tote Palästinenser
Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und israelischen Soldaten bei Ramallah im Westjordanland wurde der neunjährige Obai Darradsch in seinem Haus von einer Kugel in den Rücken getroffen. Dutzende von Palästinensern in Ramallah hatten nach dem Freitagsgebet Steine auf einen israelischen Beobachtungsposten am Stadtrand und nahe der Ortschaft El Bireh geworfen. Bei den Zusammenstößen wurden nach Angaben von medizinischen Helfern mindestens 30 Palästinenser verletzt, einige durch Schüsse schwer.
Im Gazastreifen gab es zwei Opfer. In Gaza-Stadt erschossen israelische Soldaten einen 14-Jährigen, ohne dass nach palästinensischer Darstellung ernsthafte Zwischenfälle vorausgegangen wären. Außerdem erschossen sie am Morgen einen Mann, der nach Armee-Angaben eine Bombe an der Kreuzung nahe der jüdischen Siedlung Nezarim legen wollte. Nach palästinensischer Darstellung war der Mann als geistig behindert und harmlos bekannt und habe weder eine Waffe noch eine Bombe bei sich gehabt. Palästinenserpräsident Arafat machte Israel für die neuerliche Gewaltwelle verantwortlich.