Nahostkonflikt Die USA sind optimistisch
Jerusalem - Weniger optimistisch zeigte sich der israelische Ministerpräsident Ehud Barak. Es gebe keine Garantie, dass die schwierigen Tage vorbei seien, sagte er am Mittwochabend. Israel hat den Palästinensern eine Frist bis Freitag gesetzt, die Unruhen zu beenden, bei denen in den vergangenen Wochen mindestens 106 Menschen ums Leben gekommen sind.
Albright sagte auf ihrer Rückreise vom Nahen Osten, die ersten Schritte nach dem Gipfel am Dienstag in Ägypten seien ermutigend. Allerdings sei die Gewaltwelle noch nicht vollständig abgeebbt. Barak und Palästinenser-Präsident Jassir Arafat hatten auf dem Gipfel Schritte zur Beendigung der Gewalt angekündigt. Die Palästinenserführung rief am Mittwoch zu einem Ende der Unruhen auf, während Israel nach Armeeangaben mit dem Abzug erster Panzer aus den Palästinensergebieten begann. Zudem ließ Israel den Flughafen im Gaza-Streifen wieder öffnen, räumte die Absperrungen vor einigen Palästinenserstädten und öffnete die Grenzübergänge vom Gaza-Streifen nach Ägypten und dem Westjordanland nach Jordanien.
Unklar ist jedoch weiter, ob die militanten Palästinenser zu einem Ende der Gewalt bewegt werden können. Radikale Gruppen wie die Hamas und auch Arafats Fatahbewegung riefen zu einer Fortsetzung der Unruhen auf. Bei Zusammenstößen am Mittwoch waren nach Angaben von Augenzeugen mindestens 35 Palästinenser verletzt worden. Der israelischen Armee zufolge wurde ein israelischer Zivilist im Gaza-Streifen durch Schüsse verwundet.
Heftige Debatte bei der Uno
Auf einer Dringlichkeitssitzung beriet die Uno-Generalversammlung in der Nacht zum Donnerstag über die Lage im Nahen Osten. Vertreter Israels und der Palästinenser wiesen sich dabei gegenseitig die Schuld an den Ausschreitungen zu. Der israelische Uno-Vertreter, Yehuda Lancry, wies Vorwürfe zurück, israelische Sicherheitskräfte seien bei den Unruhen unangemessen hart vorgegangen. Der palästinensische Beobachter bei der Uno, Nasser el Kidwa, sagte, ein Drittel der Todesopfer bei den Unruhen seien Kinder und Jugendliche gewesen.
Kidwa äußerte sich besorgt über Berichte, nach denen die israelische Armee eine Reihe von Palästinensern verschleppt habe, denen eine Beteiligung an der Tötung von zwei israelischen Soldaten in Ramallah in der vergangenen Woche vorgeworfen werde. Sollten die Berichte zutreffen, wäre dies eine "sehr gefährliche Entwickung", durch die die Ergebnisse von Scharm al-Scheich gefährdet würden.