Nahostreise: Powells neue Mission - DER SPIEGEL
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Nahostreise Powells neue Mission

Colin Powell gibt nicht auf. Erneut ist er jetzt nach Israel gereist, um im Nahostkonflikt zu vermitteln. Doch der Außenminister wiegelte schon vor seiner Ankunft ab: Hohe Erwartungen seien fehl am Platz.
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Jerusalem - In Gesprächen mit der israelischen und palästinensischen Führung will Powell beide Seiten zur Einhaltung ihrer im Nahost-Friedensplan eingegangenen Verpflichtungen drängen. Am Morgen traf Powell aus Jordanien kommend in Israel ein, wo er zunächst mit Ministerpräsident Ariel Scharon zusammenkommen sollte. Anschließend war in Jericho im Westjordanland ein Gespräch mit dem palästinensischen Regierungschef Mahmud Abbas vorgesehen. Am Vortag hatte Powell vor zu großen Erwartungen an seine Reise gewarnt. Es gebe keinen Grund anzunehmen, dass bei seinen Gesprächen alle Fragen gelöst würden.

Der Friedensplan, dem am 4. Juni bei einem Nahostgipfel beide Konfliktparteien zugestimmt hatten, sieht ein Ende der Gewalt und die Gründung eines Palästinenserstaates bis 2005 vor. Seit dem Gipfel sind durch israelische und palästinensische Gewalttaten mehr als 50 Menschen getötet worden. Beide Seiten verlangen, dass die jeweils andere die ersten Schritte unternehmen müsse.

Abbas bemüht sich seit Tagen vergeblich um eine Gewaltverzichtserklärung der militanten Palästinenser-Organisationen, die für zahlreiche Selbstmordanschläge gegen Israelis verantwortlich sind. Israel wiederum hat seine Politik der gezielten Tötung militanter Palästinenser fortgesetzt.

Kurz vor den Gesprächen kam es in der Region zu neuen Gewaltausbrüchen. Am Morgen explodierte an einem Grenzübergang vom Gaza-Streifen nach Israel ein mit Sprengstoff beladenes Fahrrad. Israelische Soldaten hatten Verdacht geschöpft und die Öffnung des Grenzübergangs Karni verzögert, hieß es in einer Erklärung der Streitkräfte. Bei der Explosion sei dann niemand verletzt worden.

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