Nato-Manöver "Saber Strike" Säbelrasseln im Baltikum
"Saber Strike"-Manöver 2017
Foto: AFPDurchgespielt wird die Abwehr einer möglichen russischen Invasion des Baltikums. "Saber Strike" gehört zu einer Reihe regelmäßiger Manöver in der Region. Außerdem gibt es "Noble Jump" ("Ausgezeichneter Sprung"), "Flaming Thunder" ("Flammender Donner") oder "Iron Wolf" ("Eiserner Wolf"). Allen gemein ist die Botschaft an Russland, dass eine Intervention in einem Nato-Staat schwerwiegende Folgen hätte. Zugleich signalisiert die Nato damit ihren Partnern in Polen und im Baltikum Bündnistreue. Die Regierungen dieser Staaten fürchten einen Überfall Russlands.
Dreh- und Angelpunkt der Militärübung ist die Region um Kaliningrad. Das ist auf einer Karte zu sehen, die das US-Militär über den Twitteraccount der 361st Civil Affairs Brigade veröffentlichen ließ. Die russische Exklave grenzt an Litauen und ist Standort russischer Raketen des Typs Iskander.
We're supporting @USArmyEurope's #SaberStrike providing civil affairs, movement control & human resources support to @16thSustBde @2dCavalryRegt & more.
— 361st Civil Affairs Brigade (@361stCABDE) May 27, 2018
Stay tuned more updates this week.#USArmyReserve #USARinEurope #StrongEurope #USArmyEurope pic.twitter.com/c5BMyM7aNh
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Von strategischer Bedeutung für die Verteidigung der Region ist vor allem der so genannte Suwalki-Korridor, benannt nach einer polnischen Stadt. Der Landstrich ist nur rund 100 Kilometer breit und trennt das hochgerüstete Kaliningrad im Norden vom russischen Verbündeten Weißrussland im Süden.
Im Ernstfall müssten die Nato-Truppen und Gerätschaften binnen kürzester Zeit durch diesen Korridor. Ansonsten ließe sich das Baltikum nicht halten. Zu diesem Schluss kam zumindest eine Studie des US-Thinktanks RAND . Maximal 60 Stunden blieben für die erforderlichen Truppenbewegungen, so die Autoren.
Die Nato hatte 2016 ihre Präsenz an der Grenze zu Russland verstärkt. Als Reaktion auf die Annexion der ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim wurde je ein Bataillon nach Polen, Litauen, Lettland und Estland entsandt. Je 1000 Nato-Soldaten sind seitdem regelmäßig in den vier Ländern stationiert. In Litauen übernahm die Bundeswehr die Führung der Ostflankenverstärkung. Damit die Aktion nicht als dauerhafte Militärpräsenz gewertet werden kann, tauscht die Nato die Truppen alle sechs Monate aus.
Die Bundeswehr wird 2018 mit etwa 12.000 Soldaten an Nato-Manövern teilnehmen, dreimal so viele wie im Vorjahr. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hatte zuletzt im SPIEGEL für mehr Härte gegen Moskau plädiert. Bei einem Treffen mit seinen baltischen Kollegen vor rund drei Wochen verneinte er jedoch deren Forderung nach einer Aufstockung des deutschen Kontingents.