Nepal: 40 Maoisten erschossen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Nepal 40 Maoisten erschossen

Bei Kämpfen in Nepal haben die Regierungstruppen nach eigenen Angaben mindestens 40 maoistische Rebellen getötet. Solche Massaker sind in dem Bürgerkriegsland zum Alltag geworden - auf beiden Seiten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Kathmandu - Wie das Verteidigungsministerium in Kathmandu am Samstag mitteilte, wurden am Vortag 15 Aufständische im Gebiet von Surkhet im Westen des Landes erschossen. 13 weitere Maoisten seien an der Grenze zwischen den Bezirken Kalikot und Achham gefallen. Zudem habe es am Freitag an anderen Orten West-Nepals Gefechte gegeben, bei denen Rebellen starben.

Vor einer Woche hatten die Sicherheitskräfte eine verheerende Niederlage hinnehmen müssen. Bei einem nächtlichen Überfall auf ein Armeehauptquartier in Mangalsen im Achham-Bezirk hatten die Maoisten mehr als 150 Soldaten und Polizisten getötet. Am Freitag verbrannten die Rebellen fünf Zivilisten, die auf einem Lastwagen im Süden des Landes unterwegs waren, und töteten bei einem Überfall auf eine Polizeistation in der Ortschaft Sitalpatti erneut 34 Polizisten.

Mit insgesamt mehr als 225 Toten war es eine der blutigsten Wochen im nepalesischen Bürgerkrieg. Da die militärischen Operationen gegen Maoisten im Westen des Landes andauern und eine Rebellengruppe in Ost-Nepal angeblich einen neuen Überfall vorbereitet, rechnen politische Beobachter mit einem weiteren Anstieg der Opferzahlen in der kommenden Woche.

Die Maoisten gingen in Nepal vor fünf Jahren in den Untergrund und haben sich zu einer zweiten Macht im Staat entwickelt. Sie sind in 50 von 75 Verwaltungsdistrikten aktiv und bezeichnen neun davon als "befreit". Ihr Vorgehen ist brutal - im Gegenzug auch das der Polizei.