Nigeria: Deutsche Geiseln wieder frei - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Nigeria Deutsche Geiseln wieder frei

Drei Tage dauerte die Geiselnahme zweier deutscher Ölarbeiter. Heute wurden sie freigelassen. Auch für vier weitere Entführte soll Hoffnung bestehen. Wegen einer Terrorwarnung hatten gestern Deutschland, die USA und Großbritannien diplomatische Vertretungen in dem Land geschlossen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Lagos - Nach der Freilassung der beiden Deutschen befinden sich nun noch vier Einheimische in Geiselhaft. Auch deren Freilassung stehe aber wahrscheinlich unmittelbar bevor, teilte ein Sprecher der nigerianischen Regierung heute mit.

Die beiden deutschen Ölarbeiter waren vor drei Tagen im Süden des Landes entführt worden. Die bewaffnete Gruppe "Iduwuni National Union for Peace and Development" hatte sich zu der Tat bekannt. Anscheinend wollte sie mit der Entführung gegen das Ölunternehmen Royal Dutch/Shell protestieren; die Gruppe ist unzufrieden mit der Art der Umsetzung eines Abkommens, in dem Royal Dutch/Shell sich verpflichtet hatte, Arbeitsplätze in der Region zu schaffen.

Die USA, Großbritannien und Deutschland haben derweil gestern ihre diplomatischen Vertretungen in Nigeria teilweise geschlossen, weil Hinweise auf terroristische Aktivitäten in dem Land vorlagen. Ein US-Diplomat hatte mitgeteilt, dass eine telefonische Terrordrohung ausgesprochen worden war, ohne allerdings weitere Details zu nennen. Nigeria war vor einigen Monaten von Osama bin Laden, dem Chef des Terrornetzwerks al-Qaida, als Kandidat zur "Befreiung" genannt worden, womit offensichtlich ein gewalttätiger Umsturz gemeint ist.