Nigeria: Weiterer Deutscher entführt - DER SPIEGEL
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Nigeria Weiterer Deutscher entführt

Im Nigerdelta haben Unbekannte einen weiteren Deutschen verschleppt. Dabei gab es eine heftige Schießerei in einem Nachtclub der Hafenstadt Port Harcourt. Von einem seit zwölf Tagen entführten Angestellten einer deutschen Baufirma fehlt nach wie vor jede Spur.
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Port Harcourt - Der gestern entführte Deutsche habe für eine Zuliefererfirma der Ölindustrie gearbeitet, teilte die nigerianische Polizei mit. Er wurde zusammen mit einem Amerikaner und zwei Briten aus einem Nachtclub in Port Harcourt verschleppt.

Augenzeugen sagten, sie hätten gesehen, wie mehr als zehn Männer in Militäruniformen in den Nachtclub gegangen seien. Die Entführer schossen offenbar um sich, bis zu 70 Patronenhülsen wurden später in dem Club gefunden. Verletzt wurde nach bisherigen Angaben niemand. Verhaftungen habe es noch keine gegeben, sagte Polizeisprecherin Irejua Barasua.

Das Auswärtige Amt in Deutschland hat sich bislang weder zur Person des Entführten noch zum Tathergang geäußert. Die Angehörigen des Mannes seien aber benachrichtigt. Der Krisenstab des Auswärtigen Amtes koordiniere die Bemühungen um die Freilassung der entführten Deutschen zwischen der Botschaft in Abuja, der Außenstelle in Lagos und dem Außenministerium in Berlin. Das Auswärtige Amt warnte ausdrücklich vor Reisen in das Nigerdelta. Besonders in den Bundesstaaten Delta, Bayelsa, Rivers und Akwa Iborn sei die Lage unübersichtlich.

Am 3. August war im Süden Nigerias ein Angestellter der deutschen Baufirma Bilfinger Berger entführt worden. Von ihm fehlt weiter jede Spur. Die Entführergruppe, die "Bewegung für die Bevölkerung im Nigerdelta", erklärte, sie verlange kein Lösegeld, sondern mehr Arbeitsplätze und eine bessere Infrastruktur für die Menschen in der Region.

In den vergangenen Wochen war es gehäuft zu Entführungen von Ausländern in Nigeria gekommen. Nicht alle Entführer stellen politische Forderungen. Eine belgische und eine marokkanische Geisel wurden unterdessen freigelassen, auch drei Verschleppte philippinischer Staatsangehörigkeit kamen frei. Die Entführungen und die zahlreichen Anschläge auf Ölanlagen haben die Ölproduktion Nigerias um etwa ein Viertel gedrosselt.

sön/AP/dpa