Nordirland Großbritannien setzt die Autonomie aus
Belfast/London - Die Entscheidung gibt den Konfliktparteien weitere sechs Wochen Zeit, um einen Ausweg aus der derzeitigen Krise des Friedensprozesses zu suchen. Die Alternative dazu wären Neuwahlen oder aber das Einfrieren der Selbstverwaltung ohne zeitliche Begrenzung gewesen. "Ich hoffe, dass ich die Suspendierung vor dem Ende des Wochenendes wieder aufheben kann", sagte der britische Nordirland-Minister am Freitag in Belfast.
Vor dem Schritt war die britische Regierung am Freitag von Sinn Fein, dem politischen Arm der IRA, eindringlich gewarnt worden. Es könne sein, dass eine erneute Suspendierung der nordirischen Regionalregierung durch die IRA nicht hingenommen werde, sagte der Sinn Fein-Chefunterhändler und ehemalige IRA-Terrorist Martin McGuinness.
Die derzeitige Krise war durch den Rücktritt von David Trimble als Chef der nordirischen Regionalregierung am 1. Juli ausgelöst worden. In der Nacht zum Sonntag wäre die sechswöchige Frist abgelaufen, bis zu der Trimble nach dem Gesetz sein Amt wieder hätte antreten müssen. Andernfalls hätte das nordirische Regionalparlament einen Nachfolger wählen müssen, was aber derzeit unmöglich ist. Deswegen war die britische Regierung zum Eingreifen gezwungen.