Nordirland: IRA will Waffen behalten - DER SPIEGEL
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Nordirland IRA will Waffen behalten

Der Friedensprozess in Nordirland ist weiter ins Stocken geraten. Die Untergrundorganisation IRA zog das Angebot einer vollständigen Entwaffnung zurück.
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Belfast - Die IRA sei dem Friedensprozess verpflichtet und habe dies immer wieder gezeigt, heißt es in der von der republikanischen Zeitung "An Phoblacht" veröffentlichten Erklärung. "Frieden kann jedoch nicht auf Ultimaten, falschen und bösartigen Anschuldigungen und Arglist fußen." Die IRA hatte einer Entwaffnung zugestimmt, es jedoch als "Demütigung" abgelehnt, sich wie gefordert dabei fotografieren zu lassen. Die britische und die irische Regierung werfen der IRA vor, hinter einem Millionen-Bankraub in Belfast zu stecken.

Großbritannien und Irland hatten zuvor erklärt, die Weigerung der IRA, die Waffen abzugeben sei das einzige Hindernis, um die im Karfreitags-Friedensabkommen von 1998 vorgesehene nordirische Regionalregierung wieder zu etablieren. "Wir weisen dies zurück", hieß es in der IRA-Erklärung. "Wir haben nicht die Absicht, in dieser inakzeptablen und instabilen Situation ruhig zu bleiben. Unsere Geduld wurde bis zum Äußersten strapaziert."

Die britische Regierung zeigte sich vom Vorgehen der IRA nicht überrascht. Es bleibe eine Tatsache, dass die IRA den Banküberfall begangen habe, sagte ein Sprecher des britischen Premierministers Tony Blair.

In ihrem 30 Jahre dauernden Kampf gegen den Einfluss Großbritanniens hat die IRA rund 1800 Menschen getötet.