Nordkaukasus: Terroristen stürmen russisches Kraftwerk - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Nordkaukasus Terroristen stürmen russisches Kraftwerk

In einem Wasserkraftwerk im Nordkaukasus sind vier Sprengsätze explodiert - Berichten zufolge waren zuvor Angreifer in die Anlage eingedrungen und hatten Wächter getötet. Der Kraftwerksbetreiber vermutet einen Terroranschlag.
Nordkaukasus: Terroristen stürmen russisches Kraftwerk
Nordkaukasus: Terroristen stürmen russisches Kraftwerk

Nordkaukasus: Terroristen stürmen russisches Kraftwerk

Foto: STR/ AFP
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Moskau - Die Attacke erfolgte am frühen Morgen: In der nordkaukasischen Teilrepublik Kabardino-Balkarien sind Angreifer gegen 5.20 Uhr Ortszeit in ein Wasserkraftwerk eingedrungen und haben zwei Sprengsätze gezündet.

Die Angreifer töteten zwei Wächter und verletzten zwei weitere Menschen, berichtete die russische Agentur RIA Nowosti unter Berufung auf örtliche Sicherheitskräfte. Unklar blieb, wer die Angreifer waren. Polizeiangaben zufolge handelte es sich um eine sechsköpfige Gruppe.

"Nach ersten Informationen handelt es sich um einen Terroranschlag", sagte ein Vertreter der Energiegruppe Rushydro, die das Kraftwerk Baksan betreibt. Die Behörden vermuten islamistische Untergrundkämpfer hinter dem Anschlag. Sie hätten die Anlage verminen wollen.

Fotostrecke

Teilrepublik Kabardino-Balkarien: Anschlag im Nordkaukasus

Foto: AP/ NTV

Über das von 1930 bis 1936 gebaute Kraftwerk werden vor allem die Kurorte in der bergigen Region sowie die Bahnstrecken versorgt. Der durch die Explosionen ausgelöste Brand sei bereits nach kurzer Zeit gelöscht worden. Insgesamt waren vier Sprengsätze in die Luft gegangen. Der staatliche Kraftwerksbetreiber Rushydro verstärkte einer Mitteilung zufolge die Sicherheitsvorkehrungen an seinen Einrichtungen im Land.

In der Konfliktregion kämpfen Islamisten um ein unabhängiges Kaukaus-Emirat. Sie haben immer wieder gedroht, auf zivile Objekte Anschläge zu verüben, um sich Gehör zu verschaffen. Anders als die Unruhe-Republiken Tschetschenien, Dagestan und Inguschien gilt die Lage in Kabardino-Balkarien im Süden Russlands als vergleichsweise ruhig.

Russlands Präsident Dmitrij Medwedew sieht in den Unruhen im Kaukasus nach eigenen Worten das derzeit größte innenpolitische Problem. Vor wenigen Wochen kündigte Regierungschef Wladimir Putin ein Programm zur Ankurbelung der Wirtschaft in der Konfliktregion an, um den Wohlstand der Bevölkerung zu steigern.

hen/Reuters/AFP/dpa

Mehr lesen über