Nordkorea "Am Rand eines Atomkriegs"
Seoul - Nervosität oder ideologisch motiviertes Kalkül? Die Regierung in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang lässt verbreiten, man sehe sich "am Rande eines Atomkrieges". Dies meldet die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Grund der Äußerungen: Auf dem Südteil der koreanischen Halbinsel finden derzeit Großmanöver amerikanischer und südkoreanischer Streitkräfte statt. Angesichts des Beginns des Irak-Krieges werden die Truppenübungen von Nordkorea als ein Versuch der USA gesehen, zu testen, ob sie zwei Kriege gleichzeitig führen könnte.
Nach nordkoreanischer Lesart dienen die Manöver dazu, "die Stunde null eines Präventivschlags festzulegen". Nach Angaben des US-Militärs waren die jährlichen Manöver bereits seit Monaten geplant. Auch stünden sie in keinem Zusammenhang mit den Spannungen wegen des umstrittenen nordkoreanischen Atomprogramms.
Das südkoreanische Verteidigungsministerium in Seoul teilte mit, Nordkorea führe derzeit laufend Luftschutzübungen durch, um die Wachsamkeit in der Bevölkerung zu erhöhen.
Nordkorea wiederum kritisierte die Entscheidung Südkoreas, seinen Streitkräften erhöhte Alarmbereitschaft anzuordnen. Dies sei "eine unverschämte Herausforderung". Seoul hatte die Alarmbereitschaft nach dem US-Angriff auf den Irak gesteigert, für den Fall, dass Nordkorea die Ablenkung der internationalen Gemeinschaft für gezielte Provokationen nutzt. Diese Gefahr werde jedoch als gering angesehen, betonte das Verteidigungsministerium am Freitag.