Nordkorea Diskussion um mögliche Bombardierung der Atomanlage
Seoul/Sydney - Der australische Außenminister Alexander Downer nahm am Dienstag zu einem Zeitungsbericht Stellung. Demnach liegen in Washington auch Pläne für die Bombardierung der nordkoreanischen Atomanlage Yongbyon bereit.
Die Zeitung "The Australian" hatte berichtet, das Pentagon habe detailiert ausgearbeitete Angriffs-Pläne für den Fall, dass Nordkorea abgebrannte Brennstäbe wiederaufbereite. Der Plan sehe außerdem vor, die schwere Artillerie Nordkoreas anzugreifen, die in den Bergen über der Grenze zu Südkorea verschanzt sitzt.
Laut Downer ist der Bericht "vermutlich richtig". Die USA hätten für alle möglichen Entwicklungen Pläne. Sie würden aber alles tun, um eine diplomatische Lösung der Krise zu erreichen, sagte Downer.
Schon zu Beginn der neunziger Jahre hatte die damalige US-Regierung über die Bombardierung der Atomanlage nachgedacht, den Plan aber verworfen, nachdem der damalige Konflikt 1994 mit einem Abkommen gelöst wurde.
Wenig versöhnliche Worte warf der Kommandeur der US-Truppen in Südkorea vor dem Treffen mit den Nordkoreanern in den Ring. General Leon LaPortes nannte Nordkorea eine Bedrohung für die globale Stabilität und einen Dorn in den Friedensbemühungen für die Region.
Mit seiner Entwicklung von Atomwaffen, der Weiterverbreitung seiner Raketentechnik und dem Aufbau einer riesigen Armee an der Grenze zu Südkorea sei Nordkorea eine Gefahr für die Welt, sagte LaPorte am Dienstag. "Nordkorea hat eine Wirtschaft, die am Abgrund steht, und ein Atomwaffenprogramm." Dass Nordkorea eine Gefahr für den Frieden in der Region sei, sei keine Vermutung, sondern eine Tatsache, sagte LaPorte, der 37.000 Soldaten in Südkorea befehligt.
Die Gespräche zwischen den USA und Nordkorea über das nordkoreanische Atomprogramm sollen am Mittwoch in Peking stattfinden. Für die amerikanische Regierung nimmt der für die Region zuständige Unterstaatssekretär James Kelly teil. Die Gespräche sind auf drei Tage angesetzt. Es wird das erste Zusammentreffen zwischen Vertretern der USA und Nordkoreas seit der Verschärfung des Atomstreits im Oktober vorigen Jahres sein.
Damals hielt sich Kelly zu Gesprächen in Pjöngjang auf. Nordkorea räumte nach US-Angaben bei dem Besuch die Arbeit an einem geheimen Atomprogramm ein. Die USA und ihre Verbündeten stellten daraufhin ihre Öllieferungen ein. Nordkorea reagierte mit dem Ausstieg aus dem Atomwaffensperrvertrag und der Ausweisung der Kontrolleure der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA).