Warnung aus Seoul Nordkorea soll Hacker-Truppe verdoppelt haben
Staatschef Kim Jong Un: Spezialtruppe binnen Jahresfrist verdoppelt
Foto: REUTERS/ KCNASeoul - Gerade erst hatte sich Kim Jong Un gesprächsbereit gezeigt. Doch in das versöhnliche Klima platzt eine bedrohliche Nachricht: Nordkorea soll seine Spezialtruppen für Cyber-Angriffe binnen Jahresfrist auf 6000 Soldaten verdoppelt haben, teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium mit. Aufgabe der "Büro 121" genannten Einheit seien Attacken, die in Südkorea zum Stillstand von Maschinen und zu "psychologischen Schocks" führen sollen.
Das "Büro 121" wird nach südkoreanischen Angaben seit Jahren vom nordkoreanischen Militärgeheimdienst aufgebaut. Dort arbeiten demnach einige der talentiertesten Computerexperten des Landes. Überläufer aus Nordkorea sollen erklärt haben, Angriffsziele der Programmierer könnten Telekommunikationseinrichtungen und das Stromnetz in Südkorea sein.
2013 warf Südkorea Nordkorea vor, hinter Hacker-Angriffen auf Banken und Rundfunksender zu stecken. Zwischen beiden Staaten auf der koreanischen Halbinsel herrscht seit sechs Jahrzehnten ein Waffenstillstand, offiziell befinden sie sich noch im Kriegszustand.
In seiner Neujahrsansprache hatte Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un aber überraschend erklärt, zu einem Treffen mit der südkoreanischen Präsidentin Park Geun-hye bereit zu sein. Bislang kam es erst zweimal zu Treffen zwischen den Staatschefs Nord- und Südkoreas.
Nicht nur auf der koreanischen Halbinsel werden die Aktivitäten Nordkoreas mit Sorge beobachtet: Die USA werfen Nordkorea einen Hacker-Angriff auf das Film-Studio Sony Pictures vor, das eine Satire über den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un veröffentlichen wollte. Interna des Filmstudios wurden im firmeninternen Netzwerk ausgespäht und veröffentlicht. Nordkorea hat erklärt, nichts mit dem Fall zu tun zu haben