Nordkorea: Kim Jong Un kündigt neue Atom- und Raketentests an - DER SPIEGEL
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Kim Jong Un "Die Welt wird eine neue strategische Waffe erleben"

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un will sich nicht mehr an die mit den USA vereinbarte Pause für Atomversuche und Raketentests halten. Verbal rüstet er schon mal auf.
Kim Jong Un auf einem Fernseher in Seoul
Kim Jong Un auf einem Fernseher in Seoul

Kim Jong Un auf einem Fernseher in Seoul

Foto: Ahn Young-joon / AP
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Nordkorea wird sich nicht mehr an das Moratorium für Atomversuche und Tests von Interkontinentalraketen halten. Das gab Machthaber Kim Jong Un über die staatliche Nachrichtenagentur bekannt. "Es gibt keinen Grund für uns, sich länger einseitig an die Verpflichtungen gebunden zu fühlen", sagte er demnach vor führenden Mitgliedern der Kommunistischen Partei Nordkoreas.

Er reagiere damit auf die Verzögerungstaktik, Sanktionen und zunehmende Feindseligkeit der Trump-Regierung, heißt es. Nordkorea werde niemals seine Sicherheit für wirtschaftliche Vorteile aufgeben, zitiert ihn die Staatsagentur. "Wir können unsere Würde niemals verkaufen", so Kim Jong Un. Im Gegenteil: Sein Land werde "schockierende reale Maßnahmen" ergreifen und die Welt werde "eine neue strategische Waffe erleben".

Gescheiterte Atomverhandlungen?

Mit der Ankündigung drohen die diplomatischen Bemühungen der vergangenen zwei Jahre zur Beilegung des Atomkonflikts zwischen Nordkorea und den USA zu scheitern. Sie liegen seit einem gescheiterten Treffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump im Februar auf Eis.

Nordkorea verlangte von den USA zuletzt Zugeständnisse bis zum Jahresende - andernfalls werde das Land einen "neuen Weg" einschlagen und mit einem "Weihnachtsgeschenk" aufwarten. Experten gehen davon aus, dass Nordkorea den Test einer Interkontinentalrakete plant.

Das isolierte Land steht wegen seines Atomprogramms unter strikten US- und UN-Sanktionen. Nach seinem Moratorium für Atomversuche und für Tests von Interkontinentalraketen im vergangenen Jahr hatte Pjöngjang vergeblich auf eine Aufhebung der Sanktionen gehofft.

AFP/AP/dpa/brü