Nordkorea USA lehnen Nichtangriffspakt ab
Washington/Wien - US-Präsident George W. Bush hegt nach eigenen Angaben keine Kriegsabsichten gegen Nordkorea. "Ich war in Korea und habe klar gesagt, dass die USA keine Absicht haben, in Nordkorea einzumarschieren. Das wiederhole ich: Wir haben keine Invasionsabsichten in Nordkorea", sagte Bush. Dennoch sei die US-Regierung gegen einen förmlichen Nichtangriffspakt, wie aus Washington verlautete.
Die diplomatischen Bemühungen gehen derweil weiter - ohne direkte nordkoreanische Beteiligung. In Washington kamen amerikanische und südkoreanische Diplomaten zusammen. Die Südkoreaner wollen offenbar Vorschläge für die Beilegung des Konflikt machen. Im Gegenzug für die Aufgabe des Atomprogramms sollten die USA unter anderem "Sicherheitsgarantien" geben und die ausgesetzten Öllieferungen an Nordkorea wieder aufnehmen.
In Washington tagt am heutigen Dienstag die "Trilaterale Koordinierungs- und Übersichtsgruppe" mit Vertretern der USA, Südkoreas und Japans. Dazu wollte Südkoreas Präsident Kim Dae Jung seinen Top- Sicherheitsberater zur Koordinierung des Vorgehens gegen Pjöngjang nach Washington schicken.
Nach einer Kabinettssitzung am Montag hatte Bush gesagt, er erwartet eine friedliche Lösung des Konflikts um das nordkoreanische Atomprogramm. Der Dialog mit Nordkorea werde wieder aufgenommen, doch müsse das Land zunächst seinen Verpflichtungen, der Aufgabe des Atomprogramms, nachkommen.
Zuvor hatte die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) Nordkorea eine letzte Frist zum Stopp des Atomprogramms und zur Wiederaufnahme der Zusammenarbeit mit der Uno-Behörde eingeräumt.
Ferner verlangte der 35-köpfige Gouverneursrat der IAEO am Montag bei einer Sondersitzung in Wien ein sofortiges Treffen von IAEO-Experten mit Vertretern der nordkoreanischen Behörden und die Wiederinbetriebnahme der von Pjöngjang abgeschalteten IAEO-Überwachungskameras in den Atomanlagen. Außerdem müssten die ausgewiesenen Inspekteure wieder ins Land gelassen werden. Sollte Nordkorea diesen Forderungen nicht nachkommen, will sich die IAEO an den Uno-Sicherheitsrat wenden.
Japan forderte Nordkorea auf, die von der IAEO gesetzte Frist zum Stopp des Atomprogramms ernst zu nehmen. Die Resolution sei eine "klare Botschaft der internationalen Gemeinschaft" gewesen, sagte der japanische Regierungssprecher Yasuo Fukuda am Dienstag. Man werde Nordkorea drängen, konkrete Maßnahmen zur Abschaffung seines Atomwaffenprogramms zu ergreifen.