Nordkorea USA vermuten Vorbereitungen für Atomtest
Washington - Laut US-Geheimdienstberichten könnten die Aufnahmen auf einen bald bevorstehenden Test hinweisen, meldet die "New York Times". Die Fotos aus Kilju in Küstennähe im Nordosten des Landes seien allerdings mit Vorsicht zu interpretieren. Möglich sei auch, dass das Regime in Pjöngjang etwas vortäusche, um Konzessionen im Gegenzug für eine Einstellung seines Atomprogramms zu erreichen.
Unter anderem werde in Kilju offenbar ein Tunnel gebaut, der Ähnlichkeit mit der Anlage habe, in der Pakistan 1998 seinen Atomtest zündete, heißt es in dem Bericht. Der frühere Chef des pakistanischen Atomwaffenprogramms, Abdul Qadeer Khan, hatte Nordkorea mehrfach besucht und eingeräumt, dass er dem Regime in Pjöngjang Atomtechnologie verkauft hat. Zudem sei in der Nähe eine für nordkoreanische Verhältnisse aufwendige Tribüne gebaut worden, die für ranghohe Zuschauer gedacht sein könnte. Eine ähnliche Tribüne sei vor einem Raketentest 1998 gebaut worden.
Die USA hätten die Verbündeten in Japan und Südkorea umfassend informiert und gewarnt, sich auf die politischen Folgen eines Atomtests einzustellen, berichtet die Zeitung. Präsident George W. Bush telefonierte nach Angaben des Weißen Hauses gestern ausführlich mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao.
Nordkorea hatte vor gut zwei Jahren internationale Waffeninspekteure des Landes verwiesen und die Wiederaufbereitung von 8000 Brennstäben angekündigt. Die US-Geheimdienste gehen davon aus, dass die Brennstäbe inzwischen alle zu waffenfähigem Material verarbeitet wurden.