Nordkoreas Nuklearprogramm: Sonderzug nach Peking - DER SPIEGEL
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Nordkoreas Nuklearprogramm Sonderzug nach Peking

Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il ist überraschend und in geheimer Mission zu Gesprächen über das Atomprogramm seines Landes nach Peking gereist. Die amerikanische Forderung nach einer „unumkehrbaren Beseitigung“ des nuklearen Potenzials in Nordkorea bezeichnete Kims Regierung als „lächerlich“.
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Peking - Mit einer 40-köpfigen Delegation ist Kim in einem Sonderzug in Peking eingetroffen. Die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, auf dem Programm stünden Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao und Ministerpräsident Wen Jiabao. Das Außenministerium in Peking wollte dies jedoch zunächst nicht bestätigen.

Journalisten sahen, wie ein Konvoi gepanzerter Wagen mit getönten Scheiben den Hauptbahnhof verließ und kurz darauf am Gästehaus der Regierung eintraf. Der staatliche südkoreanische Fernsehsender KBS-TV berichtete, Kim wolle China auch um wirtschaftliche Hilfe bitten.

Vor allem aber, so wird vermutet, wird das nordkoreanische Atomprogramm im Mittelpunkt der Gespräche stehen. Vor seiner Ankunft in Peking wies das nordkoreanische Außenministerium die Forderung der USA nach einer "unumkehrbaren Beseitigung" des Atomprogramms als "lächerlich" zurück, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Die USA hätten kein Recht, eine Beseitigung zu fordern. Wenn Washington darauf beharre, gebe es für Nordkorea keinen Grund mehr, sich länger mit den USA abzugeben, zitierte Xinhua aus einem Bericht der amtlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA.

Zuletzt war der nordkoreanische Machthaber 2001 in China, das traditionell freundschaftliche Beziehungen zu Pjöngjang pflegt. Schon die beiden früheren Besuche Kims in China fanden unter strenger Geheimhaltung statt. Diplomaten erhofften sich Fortschritte für die Sechser-Gespräche Nordkoreas unter Vermittlung Chinas mit den USA, Südkorea, Japan und Russland. Nach zwei vorangegangenen Runden sollen die Gespräche vor Ende Juni in Peking fortgesetzt werden. Als nächster Schritt soll eine ständige Arbeitsgruppe eingesetzt werden.

Die USA verlangen einen vollständigen und unumkehrbaren Abbau des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms. Nordkorea hatte zuletzt ein Einfrieren der Nuklearaktivitäten im Gegenzug für wirtschaftliche und diplomatische Konzessionen angeboten.