Nuklearpolitik Annan fordert Ende der Atomtests
New York - "Wir treffen uns in einer Zeit großer globaler Furcht vor Massenvernichtungswaffen, speziell vor Atomwaffen", sagte Annan auf einer Abrüstungskonferenz in New York. "Deshalb ist es unser aller Pflicht, jene multilateralen Instrumente zu stärken, mit denen die Gefahr dieser Waffen abgebaut werden kann." Bisher habe die internationale Gemeinschaft nur verhalten auf die Herausforderung reagiert, wie auch das Gipfeltreffen der vergangenen Woche zeigte.
Nachdem die Konferenz für den Nichtverbreitungsvertrag im Mai gescheitert war, konnte sich die Welt jetzt "zum zweiten Mal in vier Monaten nicht auf neue Wege zur Abrüstung, Nichtverbreitung und friedlichen Nutzung von Kernenergie einigen. Das war ein schlimmes Versagen", sagte Annan.
Das "Umfassende Atomare Teststoppabkommen" (CTBT) verbietet jegliche atomare Explosion - egal in welcher Umgebung sie ausgelöst wird. Es erfordert die Ratifizierung in 44 Ländern mit nuklearer Kapazität, um in Kraft treten zu können. Von diesen 44 Ländern fehlen bisher noch elf: die USA, China, Israel, Iran, Nordkorea, Indien, Pakistan, Ägypten, Kolumbien, Indonesien und Vietnam. Von ihnen haben drei Staaten - Nordkorea, Indien und Pakistan - das Teststoppabkommen noch nicht einmal unterzeichnet.
Die elf Länder besitzen entweder Nuklearwaffen, haben Atomreaktoren oder sind in der Nuklearforschung aktiv. Drei traditionelle Atommächte, Frankreich, Großbritannien und Russland, haben mit ihrer Unterzeichnung und Ratifizierung alle Anforderungen des Vertrages erfüllt. Die New Yorker Konferenz unter dem Vorsitz des australischen Außenministers Alexander Downer soll am Freitag mit einer Schlusserklärung enden.