Nuklearwaffen: Nordkorea kündigt Atomtest an - DER SPIEGEL
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Nuklearwaffen Nordkorea kündigt Atomtest an

Nordkorea reizt die Weltmächte erneut. Statt sich auf Rüstungskontrollen einzulassen, kündigt das Regime an, sich als Nuklearmacht zu outen. Den Beweis will das Land nach US-Angaben demnächst mit einem Atomtest erbringen.
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Peking - Eigentlich waren die Vertreter der USA, Russlands, Chinas, Japans, Süd- und Nordkoreas in Peking zusammen gekommen, um über Möglichkeiten zu sprechen, das nordkoreanische Atomprogramm zu stoppen. Dann kam es offenbar zum Eklat. Nach Angaben aus US-Regierungskreisen eröffnete Nordkoreas Vizeaußenminister Kim Yong Il Sitzungsteilnehmern, dass sein Land einen Atomtest plane.

Nordkorea will demnach formal erklären, dass es im Besitz von Atomwaffen sei. Kim soll seinen Gesprächspartnern ferner gesagt haben, dass sein Land über Mittel verfüge, Atomwaffen zu befördern. Damit spielte der Vizeaußenminister offenbar auf das hoch entwickelte Raketenprogramm Nordkoreas an. Die multilateralen Gespräche zur Beilegung des seit Oktober schwelenden Streits um das nordkoreanische Atomprogramm begannen am Mittwoch und sollen am Freitag beendet werden.

Der vermutete Atomwaffenbesitz Nordkoreas gilt als größtes Sicherheitsrisiko für Asien. Washington geht davon aus, dass Nordkorea eine oder zwei Atombomben besitzt und innerhalb weniger Monate eine weitere bauen kann. Die USA haben militärische Aktionen nicht ausgeschlossen, suchen aber eine diplomatische Lösung in multilateralen Gesprächen. Pjöngjang hat bislang auf direkte Gespräche mit Washington bestanden.

Die Bush-Regierung lehnt direkte Verhandlungen mit Nordkorea aber weiterhin ab. Eine Sprecherin der amerikanischen Botschaft in Peking sagte am Donnerstag, es werde keine entsprechenden Treffen geben. Am Vortag war es am Rande der multilateralen Beratungen zu einem Gespräch von US-Delegationsleiter James Kelly und dessen nordkoreanischem Kollegen gekommen.

Das Weiße Haus hatte die dadurch hervorgerufenen Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Konfliktes jedoch rasch geschmälert. Es habe sich lediglich um ein informelles Treffen gehandelt, sagte Sprecherin Claire Buchanan. "Es gibt keine separaten bilateralen Diskussionen mit Nordkorea."

Bei den Verhandlungen der Delegationen der USA, Nordkoreas, Südkoreas, Russlands, Chinas und Japans in Peking wurde nach russischen Angaben Einigung über ein Folgetreffen der sechs Staaten erzielt. "Es gibt ein gemeinsames Interesse, die nächste Runde nicht zu verzögern und in den kommenden zwei Monaten in Peking durchzuführen", sagte der stellvertretende russische Außenminister Alexander Losjukow.