Obskure Nominierungen: Friedensnobelpreis für die Fifa? - DER SPIEGEL
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Obskure Nominierungen Friedensnobelpreis für die Fifa?

126 Personen und Organisationen sind bislang für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Unter den Nennungen sind aber auch einige Überraschungen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Oslo - Für die Auszeichnung, die seit hundert Jahren vergeben wird, sind unter anderem Uno-Generalsekretär Kofi Annan und das Rote Kreuz vorgeschlagen. Zu den nominierten 126 Personen und Organisationen gehören aber auch der Internationale Fußballbund Fifa, der Europäische Menschenrechtsgerichtshof und die in China verbotene Meditationsbewegung Falun Gong.

Die Gruppe Falun Gong ist in der Volksrepublik China 1999 als "Teufelskult" verboten worden. Die Gruppe verbindet sportliche Übungen und Meditation mit Versatzstücken von Buddhismus und Taoismus. Sie beklagt, dass 50.000 ihrer Anhänger in China ins Gefängnis oder in Arbeitslager gesteckt wurden. Die chinesischen Behörden werfen Falun Gong vor, die kommunistische Ordnung abschaffen zu wollen.

Der Schweizer Abgeordnete und Todesstrafen-Gegner Mario Fehr hat den in den USA auf seine Hinrichtung wartenden Häftling Stanley "Tookey" Williams für den Nobelpreis vorgeschlagen. Williams ist der Gründer einer Straßenbande und wurde 1981 wegen vierfachen Mordes zum Tode verurteilt. Er wartet in Kalifornien auf die Vollstreckung der Strafe. Williams hat nach Angaben Fehrs seine Taten inzwischen bereut und setzt sich aktiv dafür ein, dass ihn Jugendliche nicht zum Vorbild nehmen.

Verleihung am 12. Oktober

Der Friedensnobelpreis, für den Abgeordnete und Jura-Professoren aus aller Welt Vorschläge machen können, wird am 12. Oktober verliehen. Im vergangenen Jahr erhielt der südkoreanische Präsident Kim Dae Jung den mit umgerechnet etwa 1,9 Millionen Mark dotierten Preis für seine Verdienste um die Einheit Koreas.

Der Sekretär des Nobelpreiskomitees, Geir Lundestad, sagte, er glaube nicht, dass die diesjährigen Nominierungen an die Rekordzahl des vorigen Jahres herankämen, als 150 Namen und Organisationen auf der Auswahlliste für den Preis standen, der vom schwedischen Philanthropen und Erfinder des Dynamits, Alfred Nobel, gestiftet wurde. Dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) wurde der Preis - neben dem Gründer Henry Dunant 1901 - auch als Organisation in den Kriegsjahren 1917 und 1944 zuerkannt.