Offensive in Afghanistan: Warlord Raschid Dostam auf Eroberungszug - DER SPIEGEL
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Offensive in Afghanistan Warlord Raschid Dostam auf Eroberungszug

Neue Gefahr für Afghanistans Präsident Karzai: Im Norden des Landes ist es zu Gefechten zwischen Kommandeur Dostam und den Einheiten eines Gouverneurs gekommen. Dostam schlug den Regierungsvertreter in die Flucht und besetzte die Provinzhauptstadt Maymana. Präsident Karzai will Truppen gegen Dostam entsenden.
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Kabul - "Sie haben die Stadt unter Kontrolle", sagte Innenminister Ali Achmed Dschalali. Er habe keine Informationen über Tote und Verletzte. Anhänger des Usbekengenerals Raschid Dostam berichteten, dass Wachen auf eine Menschenmenge gefeuert und dabei vier Menschen getötet hätten. Der Provinzgouverneur sei zu einem nahe gelegenen Flughafen gebracht werden.

Maymana ist die Hauptstadt der Provinz Farjab und liegt etwa 420 Kilometer nordwestlich von Kabul. In der Provinz war es bereits in den vergangenen Tagen zu Gefechten zwischen Soldaten Dostams und eines Rivalen gekommen. Die afghanische Zentralregierung bereitete noch vor der Stürmung der Stadt die Verlegung von etwa 750 Soldaten in die Region vor. Regierungsmitglieder der Provinz Farjab sagten, Dostam wolle sie stürzen, weil sie zu eng mit der Kabuler Zentralregierung zusammenarbeiteten.

Auch im Süden Afghanistans gehen die Unruhen weiter. Dabei wurden mindestens sieben Menschen getötet. Eine dreistündige Schießerei in der Provinz Helmand kostete am Mittwoch einen Rebellen und einen Soldaten das Leben. Nach US-Militärangaben wurden ein afghanischer und ein amerikanischer Soldat verletzt. Vier Milizionäre wurden festgenommen.

Ebenfalls in Helmand seien zwei Polizisten bei einem Angriff mutmaßlicher Taliban-Kämpfer getötet worden, teilten die Behörden mit. Drei weitere wurden bei dem Überfall verletzt. Zwei mutmaßliche Taliban-Kämpfer kamen ums Leben, als sie einen Kontrollpunkt stürmen wollten. In der Nachbarprovinz Urusgan wurde bei einer Minenexplosion ein Soldat getötet, ein weiterer erlitt Verletzungen. Die Opfer waren Mitglieder der neuen afghanischen Streitkräfte.

Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen in Afghanistan sind seit Jahresbeginn mehr als 200 Menschen getötet worden. Es wird befürchtet, dass die für September geplanten Parlaments- und Präsidentenwahlen erneut verschoben werden müssen. Die Zentralregierung will bis zu den Wahlen Zehntausende Milizionäre entwaffnen.