Opposition gegen Saddam: Das extraterritoriale Komplott - DER SPIEGEL
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Opposition gegen Saddam Das extraterritoriale Komplott

Die irakische Opposition wittert Morgenluft. Angesichts eines bevorstehenden Krieges gegen Saddam Hussein wollen sie an einem Strang ziehen und den Diktator von Bagdad stürzen. In London kommen mehr als 50 Oppositionsgruppen zusammen, um daran zu arbeiten.
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Hamburg - Die Oppositionsgruppen, die sich teilweise untereinander bekämpfen, wollen ein Bild der Geschlossenheit abgeben. Am Freitag sollen mehr als 300 Delegierten in London eintreffen. Für Samstag ist die offizielle Eröffnung der Konferenz geplant. Am Montag sollen die Ergebnisse vorgestellt werden. Das Programm der mehrfach verschobenen Konferenz war jedoch bis zuletzt immer wieder geändert worden.

Ursprünglich war geplant, eine irakische Exilregierung zu bilden. Dieser Plan wurde jedoch fallen gelassen. Die USA hatten sich dagegen ausgesprochen. Sie wandten ein, dadurch würden die Oppositionskräfte innerhalb des Irak von vornherein ausgeschlossen werden.

Dennoch begrüßt Washington die Konferenz. US-Präsident George W. Bush hatte Anfang dieses Monats 92 Millionen Dollar für zwölf irakische Oppositionsgruppen freigegeben. Von der britischen Regierung wird die Konferenz nicht unterstützt. "Wir haben nichts damit zu tun", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in London.

An der Konferenz nehmen unter anderem die wichtigsten Kurdenparteien, die schiitische Opposition, die Monarchisten und zwei liberale Gruppierungen teil. Mehrere geflohene Ex-Offiziere Saddam Husseins stehen in den Startblöcken. Sie rechnen sich Chancen aus, während einer militärischen Übergangsregierung nach einem gewonnenen Krieg der USA neues Staatsoberhaupt zu werden.

Bei Regierungen in der Golfregion stößt die Konferenz nicht auf große Gegenliebe. Die saudische Zeitung "Arab News" schrieb: "Die Konferenz in London wird keine Posten in einer imaginären Regierung verteilen, und das ist auch gut so." In den irakischen Medien wird die Konferenz erst gar nicht erwähnt.

Amerikaner dürfen El Udeid nutzen

Parallel zu den Bemühungen der irakischen Opposition haben die USA einen diplomatischen Erfolg errungen. Im Falle eines Krieges dürfen sie die Luftwaffen-Basis El Udeid im Golf-Staat Katar nutzen. US-Medien berichten, ein entsprechender Vertrag sei von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und dem Außenminister Katars, Hamad Bin Dschassim Bin Dschabir al Thani, in Doha unterzeichnet worden. Nach Angaben von US-Experten ist der Stützpunkts strategisch äußerst wichtig, da er über die längste Start- und Landebahn in der Golfregion verfüge. Damit könnten die USA die Basis für alle Flugzeugarten nutzen.

Auch Israel bereitet sich eifrig auf einen möglichen Krieg vor. In einem Manöver mit US-Truppen will die israelische Armee den Einsatz von "Patriot"-Raketen für den Fall eines irakischen Luftangriffes trainieren. Zwei Batterien der Abwehrraketen seien in den letzten Tagen aus den USA eingetroffen, hieß es in israelischen Medien. Sie sollen einen Angriff von irakischen Scud-Raketen oder von Flugzeugen mit biologischen oder chemischen Waffen abwehren. Der Irak hatte im Golfkrieg von 1991 insgesamt 41 Raketen auf Israel abgefeuert.

Antibiotika-Fabrik überprüft

Im Irak setzten unterdessen die Uno-Waffeninspekteure ihre Suche nach Massenvernichtungswaffen fort. 35 Kilometer südöstlich von Bagdad durchsuchte eine Gruppe der Uno-Waffenkontrollkommission (Unmovic) die Antibiotika-Fabrik ACAI. Weitere Inspektionen gab es in mindestens fünf anderen Anlagen. Auch ein Trainingsstandort für Luftabwehrraketen im Westen des Landes wurde unter die Lupe genommen.

Die "Washington Post" meldet, der Irak habe islamischen Extremisten mit Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida Nervengas geliefert. Doch politische Beobachter in Washington äußerten starke Zweifel an den Informationen der Zeitung. Es sei kaum zu glauben, dass der Irak in Zeiten, in denen er so intensiv beobachtet werde, Chemiewaffen an Terrorgruppen liefere.

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