Ost-Kongo: Tausende flüchten nach Unruhen - DER SPIEGEL
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Ost-Kongo Tausende flüchten nach Unruhen

Eine Woche nach den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen ist es im Osten des Kongos zu blutigen Zusammenstößen zwischen Rebellen und der kongolesischen Armee gekommen. Zwei Soldaten starben. Tausende Menschen sind auf der Flucht.
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Goma/Kinshasa - Zwei Regierungssoldaten kamen bei den Auseinandersetzungen in dem ostkongolesischen Ort Sake ums Leben. 18 Zivilisten, 17 Soldaten der Regierungsarmee und mindestens zwei Soldaten von General Nkundas Truppen wurden bei den Gefechten verletzt. Sake ist rund 60 Kilometer entfernt von der Provinzhauptstadt Goma nahe der Grenze zu Runada.

Bei den Auseinandersetzungen habe es sich um einen Streit zwischen Anhängern des abtrünnigen Generals Laurent Nkunda und den Streitkräften gehandelt, sagte ein örtlicher Kommandeur der Uno-Truppen der Nachrichtenagentur Reuters. Tausende Menschen flüchteten vor der Gewalt. Frauen trugen ihre Kinder auf dem Rücken, viele Männer schleppten Matratzen auf der Straße in Richtung der Provinzhauptstadt Goma mit sich.

"Die Schießerei ist beendet, sagte der Kommandeur der Uno-Truppe in Nord Kivu. Es habe ein kleines Missverständnis gegeben, aber nichts worüber man sich Sorgen machen müsse. Die Befehlshaber von Nkunda's Kämpfern und die neunte Brigade der kongolesischen Armee hätten sich nach den Gefechten unter dem Applaus der in der Stadt verbliebenen Einwohner darauf geeinigt, beide Truppen aus Sake abzuziehen, erklärte er. Die Uno-Friedenssoldaten, die Teil der 17.000 Soldaten umfassenden Truppe im Kongo sind, würden vorsichtshalber in Sake patroullieren, um weitere Gewalt zu verhindern, sagte eine Uno-Sprecherin

In der Stadt hatten sich die Spannungen zwischen den Nkunda-Rebellen und dem Militär zuletzt wieder verschärft. Nkunda wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Ihm werden Gräueltaten gegen Zivilisten vorgeworfen. Der Rebellenführer selbst erklärte in der vergangenen Woche, er sei bereit, mit dem Sieger der Präsidentenwahl vom vergangenen Wochenende zu verhandeln, um den Aufstand seiner Gruppe in dem zentralafrikanischen Land zu beenden. Sollte das neue Staatsoberhaupt hingegen versuchen, militärisch gegen ihn vorzugehen, werde er zurückschlagen, drohte Nkunda.

Im Kongo haben am vergangenen Wochenende die ersten freien Parlaments- und Präsidentenwahlen seit rund vierzig Jahren stattgefunden. Die Wahlen wurden von tausenden Soldaten der Vereinten Nationen (Uno) und der Europäischen Union (EU) überwacht - unter ihnen auch knapp 800 Bundeswehrsoldaten. Mit vorläufigen Ergebnissen wird in etwa zwei Wochen gerechnet. Erste Teilergebnisse der Wahlen sollen aber schon Anfang nächster Woche in den regionalen Auszählungszentren ausgehängt werden, sagte der Präsident der Wahlkommission, Apollinaire Malu Malu. Es werde sich um konkrete Angaben zu den Stimmen handeln, die für einzelne Kandidaten abgegeben wurden, noch nicht um prozentuale Auswertungen, fügte Malu hinzu.

Internationalen Beobachtern zufolge verliefen die Wahlen an sich zwar weitgehend friedlich. Es bestehe aber weiterhin die Sorge vor politischen Unruhen während der kritischen Phase der Stimmenauszählung.

anr/Reuters/AP/AFP