Ostukraine: OSZE-Mitarbeiter getötet - DER SPIEGEL
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Beobachtermission OSZE-Mitarbeiter in der Ostukraine getötet

Ein Mitglied der OSZE-Beobachtermission in der Ukraine ist im Osten des Landes getötet worden, eine Frau aus Deutschland wurde verletzt. Offenbar ist ihr Fahrzeug auf eine Mine gefahren.
OSZE-Mitarbeiter in der Ukraine
OSZE-Mitarbeiter in der Ukraine

OSZE-Mitarbeiter in der Ukraine

Foto: © Alexander Ermochenko / Reuter/ REUTERS
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In der Ukraine ist erstmals ein OSZE-Beobachter beim Einsatz in dem Kriegsgebiet ums Leben gekommen. Zwei weitere Mitarbeiter seien verletzt worden, teilte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa in Kiew mit.

Bei dem Toten handele es sich um einen Amerikaner, sagte ein Sprecher des österreichischen Außenministeriums der Nachrichtenagentur dpa in Wien. Die verletzte Person sei eine Frau aus Deutschland. Die Agentur Tass meldetet unter Berufung auf OSZE-Kreise, die Verletzungen seien nicht lebensgefährlich.

"Der Tod eines Kollegen ist ein Schock für die ganze OSZE", schrieb Österreichs Außenminister und derzeitige OSZE-Vorsitzende Sebastian Kurz. Der konservative Politiker forderte volle Aufklärung. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Der Wagen der Beobachter sei in der Nähe von Luhansk im Osten des Landes auf eine Mine gefahren und habe eine Explosion ausgelöst, hieß es. Insgesamt waren sechs Beobachter in zwei gepanzerten Fahrzeugen im Frontgebiet unterwegs. Über mögliche Schäden am zweiten Fahrzeug sowie die Nationalität der anderen Beobachter war zunächst nichts bekannt.

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Die Explosion ereignete sich in der Nähe der Ortschaft Prischib nordwestlich der Großstadt und Separatistenhochburg Luhansk. Die Aufständischen machten die ukrainische Armee für den Vorfall verantwortlich.

Poroschenko verurteilt Vorfall

Präsident Petro Poroschenko verurteilte den tödlichen Vorfall. "Die Sicherheit und Handlungsfreiheit der Beobachter muss garantiert sein", sagte er. Die Verantwortlichen müssten bestraft werden. Poroschenko wies Außenminister Pawel Klimkin an, sich bei der Untersuchung des Falls mit der OSZE abzustimmen.

Die OSZE beobachtet den Konflikt im Donbass zwischen ukrainischem Militär und prorussischen Separatisten mit fast 600 Mitarbeitern. Seit Anfang April war es nach einer Waffenruhe zum Osterfest etwas ruhiger an der Front geworden. Dennoch gab es fast täglich Berichte über Kämpfe. In den vergangenen Jahren hatte die OSZE vereinzelt über Beschuss ihrer Beobachter im Kriegsgebiet berichtet.

Die Bundesregierung äußerte sich tief bestürzt. "Jemand, der nur mithelfen wollte, Frieden und ein Ende der Kämpfe zu schaffen, hat heute sein Leben verloren", sagte Außenminister Sigmar Gabriel. Es sei im Interesse aller, allen voran der Konfliktparteien, dass die OSZE-Beobachter ihrer wichtigen und unentbehrlichen, gleichzeitig schwierigen und gefährlichen Arbeit nachgehen könnten.

Die Umsetzung eines unter Vermittlung Deutschlands ausgehandelten Friedensplans kommt seit Monaten nicht voran. Teil des Plans ist auch der Abzug schwerer Waffen von der Front, den die OSZE unter anderem überwachen soll. Seit Beginn des Konflikts im April 2014 wurden nach Angaben der Vereinten Nationen rund 10.000 Menschen getötet. Die EU wirft Moskau die Unterstützung der Rebellen vor und verhängte wegen der Ukrainekrise umfassende Sanktionen gegen Russland.

brt/dpa/AFP