Pakistan: Bin Ladens Chefplaner gefasst - DER SPIEGEL
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Pakistan Bin Ladens Chefplaner gefasst

Pakistanischen Sicherheitskräften ist ein wichtiger Schlag gegen al-Qaida geglückt: Mit Abu Faradsch al-Liby konnte die mutmaßliche Nummer drei des Terrornetzwerks gefasst werden. Liby gilt als Chefplaner der Qaida für Pakistan und soll in Kontakt mit Osama Bin Laden gestanden haben.
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Islamabad - Aus pakistanischen Sicherheitskreisen verlautete, die Festnahme sei am Montag nach einem Schusswechsel in Mardan erfolgt, einer nördlich von Peschawar gelegenen Stadt. Mit Liby wurde den Angaben zufolge noch ein zweiter Ausländer festgenommen. Um wen es sich handelt, war zunächst nicht klar.

Abu Faradsch al-Liby gilt als die zentrale Figur der Qaida in Pakistan. Deutsche Sicherheitskreise bestätigten gegenüber SPIEGEL ONLINE, dass der Libyer für Waffenbeschaffung, Anschlagsplanung und Finanzmittel zuständig war. Außerdem soll er eine wichtige Rolle bei Attentatsversuchen auf den pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf gespielt haben.

Liby stieg innerhalb von al-Qaida auf, nachdem sein früherer Mentor Chalid Scheich Mohammed im März 2003 festgenommen wurde. Er wäre damit die Nummer drei des Netzwerks nach Osama Bin Laden und Aiman al-Sawahiri. Angaben des pakistanischen Geheimdienstes zufolge soll er sogar die Leitung von Terrorzellen in den USA und Großbritannien übernommen haben. In den vergangenen zehn Monaten soll er an Schläfer in den beiden Staaten mehrere verschlüsselte Nachrichten abgesetzt haben. Pakistans Regierung hatte ein Kopfgeld von einer Million Dollar auf ihn ausgesetzt.

Liby soll Presseberichten zufolge in Kontakt mit dem Qaida-Gründer und -Chef Osama Bin Laden gestanden haben. Deutsche Sicherheitskreise glauben allerdings nicht, dass die Festnahme Libys zwangsläufig einen großen Fortschritt bei der Suche nach Bin Ladens bedeuten muss. Die Kommunikationswege dürften mehrfach gesichert sein. Niemand weiß, ob Liby der Aufenthaltsort Bin Ladens überhaupt bekannt ist. Die pakistanische Regierung erklärte heute trotzdem, sie sehe sich auf dem richtigen Weg, Bin Laden fassen zu können.

Musharraf hatte sich nach den Anschlägen vom 11. September 2001 im Krieg gegen den Terrorismus an die Seite der USA gestellt. Er sieht sich seitdem massiver Kritik von muslimischen Extremisten ausgesetzt und wurde deshalb mehrfach zum Ziel von Attentatsversuchen.