Pakistan Gerüchte über bevorstehenden Putsch
Islamabad/Kairo - Ein Feuer im Oberkommando der pakistanischen Armee in Rawalpindi hat am Mittwoch in den Medien des Landes neue Spekulationen über einen angeblich bevorstehenden Putsch geschürt. In einer Pressemitteilung der Streitkräfte hieß es dagegen, ein Kurzschluss in einem benachbarten Papierlager habe den Brand ausgelöst, der anschließend auf die Militärgebäude übergegriffen habe.
Den offiziellen Angaben zufolge konnten Feuerwehrleute die Flammen schnell löschen. Das Oberkommando in Rawalpindi nahe der Hauptstadt Islamabad solle bald den Betrieb wieder aufnehmen. Bevor die Mitteilung herausgegeben wurde, hatten pakistanische Medien über einen Putschversuch als Hintergrund des Brandes spekuliert.
Musharraf warnt Extremisten
Unterdessen warnte der pakistanische Militärmachthaber Pervez Musharraf angesichts der gewaltsamen Proteste gegen die USA islamische "Extremisten" vor weiterer Unterstützung der Taliban. Sollte bei den Demonstrationen Staatseigentum zerstört werden, drohten den Teilnehmern "entschlossene Maßnahmen", sagte Musharraf am Mittwoch im pakistanischen Staatsfernsehen.
Radikale Gruppen machen seit Tagen gegen die Haltung von Staatschef Pervez Musharraf mobil. In zahlreichen Städten Pakistans hatten Tausende gegen die US-Angriffe auf Afghanistan protestiert. Am Dienstag waren bei Ausschreitungen drei Demonstranten getötet worden. Die pakistanischen Behörden ordneten zugleich die Inhaftierung von drei führenden islamischen Geistlichen an, um sie an der Organisation weiterer Kundgebungen zu hindern. Um seine Position zu stabilisieren, entließ Musharraf in der Armee zudem zwei Generale, die als unsichere Kantonisten galten. Der General unterstützt die Angriffe der USA und Großbritanniens auf Afghanistan.