Pakistan Mehrere Kinder sterben bei Explosion
Islamabad - Die Menschen in dem ostpakistanischen Ort Mian Channu sind erschüttert: "Ich dachte, ein Jet attackiert unser Haus", sagt ein Bewohner. Mindestens neun Menschen sind bei einer Explosion am Montag getötet worden, darunter sieben Kinder. 60 weitere Menschen seien verletzt worden, gab das örtliche Krankenhaus bekannt, mehrere von ihnen schweben in Lebensgefahr.
Trümmer in Mian Channu: Viele Tote und Verletzte bei einer Explosion
Foto: Khalid Tanveer/ APDer pakistanische Innenminister Rehman Malik schloss ein Selbstmordattentat aus. Die Detonation ereignete sich den Angaben zufolge im Haus eines Geistlichen, wo Kinder Koran-Unterricht erhielten. Vermutlich sei die Explosion durch Sprengstoff ausgelöst worden, der dort lagerte.
Militante hatten das Haus offenbar als Treffpunkt und Lager genutzt. Die Polizei fand übereinstimmenden Berichten zufolge zwischen den Trümmern vier Jacken, die von Selbstmordattentätern genutzt werden, und sechs Raketenwerfer. Der Hauseigentümer sei früher Mitglied einer Extremistengruppe gewesen und am Montag verhaftet worden, sagte der Justizminister der Provinz Punjab.
Durch die Wucht der Detonation seien rund zwei Dutzend Lehmhäuser am Rande des Ortes Mian Channu zerstört worden, sagte ein Polizeisprecher. Unter den Trümmern von bis zu 25 eingestürzten Nachbarhäusern wurden weitere Opfer vermutet.
Mian Channu liegt etwa 90 Kilometer östlich von Multan, der Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks in der bevölkerungsreichsten pakistanischen Provinz Punjab.
Im südlichen Teil der Provinz Punjab operieren Dschihad-Gruppen, die Verbindungen zu den Taliban und dem Terrornetzwerk al-Qaida haben sollen. Militante haben in den vergangenen Monaten Bomben gezündet, um für die Offensive der pakistanischen Armee Vergeltung im Nordwesten des Landes zu üben. Zur gleichen Zeit begann Pakistans Regierung mit der Rückführung der rund zwei Millionen Flüchtlinge aus dem Swat-Tal, die nach den heftigen Kämpfen geflohen waren.