Pakistan Todesstrafe für Mörder von US-Reporter Pearl
Haiderabad - Der in Großbritannien geborene muslimische Extremist Ahmed Omar Said Scheik und seine Komplizen haben nach Auffassung des Gerichts den Reporter des "Wall Street Journal" am 23. Januar entführt und im Februar ermordet. Alle vier sollen der Witwe Pearls zwei Millionen Rupien (32.000 Euro) zahlen. Die Verteidigung kündigte Berufung an. Der Staatsanwalt im pakistanischen Haiderabad hatte für alle vier Angeklagten die Todesstrafe gefordert.
Pearl hatte über Verbindungen pakistanischer Extremisten zum so genannten Schuhbomber Richard Reid recherchiert. Reid war im Dezember auf einem Flug nach Miami mit Sprengstoff in seinen Schuhen verhaftet worden.
In Hyderabad, wo der Richter in einem hermetisch abgeriegelten Hochsicherheitsgefängnis das Strafmaß bekannt gab, in der größten Stadt Karatschi sowie an allen wichtigen Einrichtungen und Orten landesweit wurden die Sicherheitsvorkehrungen massiv verstärkt, wie das Innenministerium mitteilte. Am Samstag hatten pakistanische Zeitungen eine in Urdu verfasste E-Mail erhalten, in der weitere Angriffe auf Ausländer angedroht wurden. Sie soll von Asif Ramzi, einem von sieben noch gesuchten Verdächtigen im Pearl-Fall, verfasst worden sein.
Der Prozess war ursprünglich auf sieben Tage angesetzt worden, dauerte dann aber fast zwölf Wochen. In dem Verfahren zeigten die Ankläger als Beweis unter anderem das Video von der Ermordung Pearls. Dem Journalisten war vor laufender Kamera die Kehle durchgeschnitten worden.
Vor dem Urteil hatte Verteidiger Rai Bashir gesagt, die Staatsanwaltschaft habe keine substanziellen Beweise für die Schuld der Angeklagten vorgelegt. Er erwarte einen Freispruch, "es sei denn, die pakistanische und die amerikanische Regierung nehmen Einfluss auf das Urteil."