Pakistan: Tote bei Massenprotesten - DER SPIEGEL
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Pakistan Tote bei Massenprotesten

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Karachi - Tausende von Moslems sind am Freitag in Pakistan auf die Straße gegangen, um gegen die USA und den pakistanischen Militärherrscher, General Pervez Musharraf, zu protestieren. Bei den zum Teil gewalttätigen Zusammenstößen mit Polizei und Sicherheitskräften kamen mindestens drei Menschen ums Leben.

Wegen der möglichen Militärschläge gegen Afghanistan hatten in Moscheen im ganzen Land Geistliche in ihren Freitagspredigten zum Widerstand gegen die USA aufgerufen. "Jeder Angriff auf Afghanistan wäre ein Angriff auf die gesamte islamische Gemeinschaft", hieß es gleichlautend in mehreren Moscheen.

Am gewalttätigsten waren die Proteste in der Hafenstadt Karachi. Dort starben zwei Demonstranten nach einem Schusswechsel mit der Polizei. Ein Ladenbesitzer wurde von der Menge zu Tode geprügelt, weil er sein Geschäft trotz eines Aufrufes zu einem landesweiten Streik geöffnet hatte. Die Polizei ging mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Demonstranten vor, die mehrere Straßen blockierten, Autoreifen in Brand setzten und mit Steinen warfen. Hundert Menschen wurden festgenommen.

Der "Rat zur Verteidigung Afghanistans", eine Vereinigung von mehr als 30 islamistischen Gruppen, hatte zu den Protesten und zum Streik aufgerufen. Auch in der Hauptstadt Islamabad und in Peschawar nahe der Grenze zu Afghanistan gingen Demonstranten auf die Straße.

Die Proteste richteten sich nicht nur gegen die USA, sondern auch gegen General Musharraf. Er hatte den USA Unterstützung für Angriffe auf das benachbarte Afghanistan mit seinem radikal-islamischen Taliban-Regime zugesagt.

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