Pakistan USA setzen Drohnenangriffe fort
US-Drohne: Senator John Kerry zu Besuch in Pakistan
Foto: POOL/ REUTERSIslamabad - Trotz massiver Spannungen zwischen den Regierungen beider Staaten setzen die USA ihre Drohnenangriffe auf Aufständische im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan fort. Am Montag habe ein unbemanntes Flugzeug Raketen auf ein Fahrzeug und ein Anwesen im Stammesgebiet Nord-Waziristan abgefeuert, sagte ein pakistanischer Geheimdienstmitarbeiter, der anonym bleiben wollte. In dem Fahrzeug seien vier Menschen getötet worden, bei dem anderen Angriff seien acht Menschen ums Leben gekommen.
Der neuerliche Drohnenangriff erfolgte ausgerechnet während des Besuchs von US-Senator John Kerry, der sich in Islamabad bemühte, die Wogen im pakistanisch-amerikanischen Verhältnis nach der Tötung von al-Qaida-Chef Osama Bin Laden zu glätten. Das pakistanische Parlament hatte die US-Kommandooperation als schwere Verletzung der Souveränität des Landes verurteilt und ein Ende der Drohnen-Angriffe gefordert.
Im Anschluss an Kerrys Besuch wurde eine Erklärung veröffentlicht, wonach beide Länder bei zukünftigen Aktionen gegen "hochrangige Ziele" in Pakistan kooperieren wollen. Die genauen Einzelheiten der Vereinbarung blieben allerdings unklar. Die gegenseitige Zusicherung könnte aber helfen, die Beziehung der beiden Länder langfristig wieder zu verbessern. Aus US-Kreisen hieß es, die pakistanischen Stellen seien aus Angst vor Verrat nicht vorab über die Aktion informiert worden.
Kerry ist der bislang hochrangigste US-Vertreter, der seit dem Einsatz Anfang Mai Pakistan besucht. Am vergangenen Sonntag war er bereits mit dem pakistanischen Oberkommandierenden Ashfaq Parvez Kayani zusammengetroffen und hatte diesem eine Liste mit "speziellen Forderungen" übergeben. Diese stehe im Zusammenhang mit Vermutungen der USA, dass Pakistan Extremisten Unterschlupf gewährt, sagte ein pakistanischer Vertreter. Kerry sagte, dass US-Außenministerin Hillary Clinton bald Pläne für einen Pakistan-Besuch ankündigen werde.