Paraguay Putsch offenbar niedergeschlagen
Asunción - Präsident Macchi verhängte einen 30 Tage geltenden Ausnahmezustand über das südamerikanische Land. Oberst Felix Dario Collante erklärte, die Lage sei völlig unter Kontrolle. Er beschrieb die Aufständischen als "einige aktive Offiziere und einen General im Ruhestand". Auch drei Kongressabgeordnete seien festgenommen worden. Panzer, die die Ordnung wieder herstellen sollten, wurden in ihre Stützpunkte zurückbeordert. Innenminister Walter Bower erklärte, die meuternden Soldaten seien Anhänger des früheren Putschisten Lino Cesar Oviedo.
Zu Beginn des etwa vierstündigen Aufstands rollten Panzer vor das Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Asunción. Augenzeugen berichteten von mehreren Schüssen und einer heftigen Explosion. Kampfflugzeuge flogen über die Stadt, der Strom fiel aus. Die Führung von Luftwaffe und Kriegsmarine sowie mehrerer Heeresdivisionen bekundeten dem Präsidenten ihre Unterstützung. Nach Berichten paraguayischer Medien wurden auch zwölf Polizisten festgenommen. Über die Zahl der Meuterer wurde zunächst nichts mitgeteilt. Berichte über Verletzte lagen nicht vor.
Präsident Macchi gilt als Anhänger des langjährigen Diktators Alfredo Stroessner, der Paraguay von 1954 bis 1989 beherrschte und aus dem brasilianischen Exil immer noch die Geschicke des Landes lenkt. General Oviedo, der von einem Großteil der Bevölkerung als Held verehrt wird, ist ein erklärter Gegner von Macchi.
Oviedo wird von den Behörden in Paraguay im Zusammenhang mit der Ermordung des früheren Vizepräsidenten Luis Argana gesucht. Der General war Anfang 1999 nach Argentinien geflohen und erhielt dort politisches Asyl. Er tauchte Ende vergangenen Jahres aber unter und wird nun in einer abgelegenen Region Paraguays vermutet.