Spanien Sánchez fällt erneut durch
Pedro Sánchez
Foto: Francisco Seco/ AP/dpaDas spanische Parlament hat am Abend zum zweiten Mal gegen Pedro Sánchez votiert. Damit wird eine neue Gesprächsrunde zwischen den Parteien eröffnet, die sich in einem Patt gegenüberstehen.
Bei der Abstimmung am Abend im Parlament in Madrid erhielt der 44-Jährige nur 131 von 350 Stimmen. 219 Abgeordnete votierten gegen Sánchez. Der Chef der Sozialisten (PSOE) wurde allein von den Abgeordneten seiner Fraktion und denen der liberalen Ciudadanos (Bürger) sowie von der einzigen Vertreterin der kanarischen Regionalpartei Coalición Canaria unterstützt. Am Mittwoch hatte der Sozialist eine erste Schlappe erlitten.
Sánchez war von König Felipe VI. als Kandidat vorgeschlagen worden, nachdem der bisherige konservative Ministerpräsident Mariano Rajoy auf eine Kandidatur für eine weitere Amtszeit verzichtet hatte.
Das erneute Scheitern des Sozialisten ist einmalig in der jüngeren Geschichte Spaniens. Seit dem Ende der Franco-Diktatur 1975 wurden alle Regierungschefs spätestens im zweiten Durchgang gewählt. Spanien steuert also auf Neuwahlen zu.
Doch der Ausgang ist unklar. 93 Prozent der Spanier sagten in einer Umfrage Ende Februar, dass sie unzufrieden seien mit der aktuellen politischen Situation.
Bis zum 2. Mai bleibt noch Zeit. Ist bis dahin kein neuer Regierungschef gefunden, müssen die Spanier am 26. Juni erneut wählen gehen. Im schlimmsten Fall schneiden die Parteien dann ähnlich ab.