Pentagon zum Irak-Krieg "We are ready"
Washington/New York - "Iraqi Freedom" soll der Krieg nach Medienberichten offenbar heißen, "irakische Freiheit" - als wenn die Freiheit irakisch oder amerikanisch sein könnte. Wenn schon, dann müsste man den anstehenden Militärschlag wohl eher "Freiheit für den Irak" nennen. Insgesamt 45 Staaten unterstützen nach US-Angaben den Kriegskurs gegen den Irak. 30 Länder hätten sich offen dazu bekannt, 15 hinter den Kulissen, sagte Außenminister Colin Powell. Die größte Ländergruppe seien die Osteuropäer.
Als hätten sie noch eine Chance, den angekündigten Krieg zu verhindern, kommen heute die Außenminister Frankreichs, Russlands und Deutschlands noch einmal im Weltsicherheitsrat in New York zusammen. Sie wollen erneut auf Bagdads friedliche Abrüstung dringen und das Arbeitsprogramm von Uno-Chefwaffeninspektor Hans Blix für die kommenden drei Monate begutachten. Joschka Fischer ist bereits in New York eingetroffen. Außer ihm kommen auch sein französischer Amtskollegen Dominique de Villepin und der russische Außenminister Igor Iwanow. Powell und sein britischer Kollege Jack Straw haben abgesagt.
Der irakische Uno-Botschafter Mohammed al-Douri verurteilte einen Krieg gegen sein Land zu diesem Zeitpunkt als illegal, unmoralisch und ungerechtfertigt. Die USA und Großbritannien würden mit einem Militärschlag gegen Bagdad alle Grundsätze der Uno-Charta verletzen, sagte er in New York. Das amerikanische Ultimatum an Saddam Hussein und der angedrohte Krieg seien reiner Wahnsinn und würden von Bagdad entschieden abgelehnt.
Bush hatte dem irakischen Machthaber 48 Stunden bis Donnerstagmorgen 2.00 Uhr (MEZ) gegeben, das Land zu verlassen. Sollte Saddam dies verweigern, wäre dies sein letzter Fehler, sagte der Präsidentensprecher Ari Fleischer am Dienstag. Er wollte sich nicht dazu äußern, wann der Angriff nach Ablauf des Ultimatums beginnen werde. Dies sei eine Entscheidung des Verteidigungsministeriums.
Ohne ein greifbares Ergebnis ging am Dienstagabend eine Sitzung der EU-Außenminister zur Irak-Krise in Brüssel zu Ende. Der griechische Chefdiplomat und amtierende Ratspräsident Giorgos Papandreou sagte, die Differenzen zwischen den EU-Staaten ließen sich nicht übertünchen. Es sei allen Beteiligten klar, dass weitere Diskussionen über den Umgang mit derartigen Krisen, mit der Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen und mit dem Terrorismus erforderlich sind. Dies gelte auch im Verhältnis zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten.
Uno-Chefinspektor Blix äußerte sich enttäuscht über den Abbruch der Inspektionen im Irak. "Ich halte es nicht für vernünftig, die Tür schon nach dreieinhalb Monaten zu schließen", erklärte der schwedische Diplomat in New York. Aus seiner Sicht hatte der Irak in organisatorischen Fragen voll kooperiert, weniger jedoch in der "Substanz", der Abgabe von Waffen und Kampfstoffen. Nach der US-Warnung vor einem Militärschlag seien inzwischen alle 174 Inspektoren aus dem Irak ausgereist und hielten sich jetzt auf Zypern auf.