Peru: Fujimoris zweifelhafter Sieg - DER SPIEGEL
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Peru Fujimoris zweifelhafter Sieg

Perus Staatschef Alberto Fujimori hat die umstrittene Präsidentschaftswahl offenbar gewonnen. Sein Rivale Alejandro Toledo, der nicht kandidiert hatte, kündigte einen langen "Kampf für die Wiederherstellung der Demokratie" an.
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Lima - Nach Auszählung von 26,9 Prozent der Stimmen lag Fujimori nach offiziellen Angaben mit 50,1 Prozent in Führung. Sein Herausforderer Toledo, der seine Kandidatur aus Protest gegen Wahlmanipulationen zurückgezogen hat, erhielt 16,5 Prozent. 32,4 Prozent der Stimmzettel waren ungültig, ein Prozent war leer. Toledo hatte die Bevölkerung zum Wahlboykott aufgerufen; in Peru herrscht aber Wahlpflicht. Sollte Fujimori die Abstimmung tatsächlich gewinnen, droht dem südamerikanischen Staat die internationale Isolierung.

Viele Peruaner hatten vor der Wahl ankündigt, sie wollten aus Protest "Nein zu Wahlbetrug" auf den Stimmzettel schreiben und damit ihre Stimme ungültig machen. Toledo kündigte an, das Wahlergebnis nicht anzuerkennen. In Lima kam es am Nachmittag vereinzelt zu Protestkundgebungen, die von der Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas aufgelöst wurden. Am Abend demonstrierten Zehntausende Anhänger Toledos auf einem Platz in der Innenstadt von Lima gegen Fujimori. Toledo rief die Demonstranten auf, friedlich zu protestieren. Auch aus anderen Städten des Landes wurden Großkundgebungen gemeldet.

Der 61-jährige autokratische Herrscher Fujimori hat den größten Rückhalt bei den Armen unter den 25 Millionen Peruanern. Ihnen hat er einen ebenso entschlossenen Kampf gegen die Arbeitslosigkeit versprochen wie er den Kampf gegen die Guerillabewegungen Leuchtender Pfad und Tupac Amaru geführt hat.

Der 54-jährige Toledo hatte ebenso wie die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und die Europäische Union wegen befürchteter Unregelmäßigkeiten eine Verschiebung des zweiten Wahlgangs gefordert. Wahlbeobachter der EU und der USA sagten ihre Beteiligung aus Protest gegen Fujimoris Festhalten an dem Wahltermin ab. Im ersten Wahlgang am 9. April hatte Fujimori 49,9 Prozent der Stimmen erzielt. Es konnte nicht geklärt werden, warum die Zahl der ausgezählten Stimmen um 1,4 Millionen höher war als die Zahl der rund 14 Millionen Wahlberechtigten. Toledo qualifizierte sich mit 40,2 Prozent der Stimmen für die Stichwahl, forderte aber Garantien für eine demokratische Stimmenauszählung und verlangte deswegen einen späteren Wahltermin.