Philippinen: Demonstranten stürmten Ministerium - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Philippinen Demonstranten stürmten Ministerium

Auf den Philippinen halten die Proteste gegen Präsidentin Gloria Arroyo an. Demonstranten stürmten heute das Landwirtschaftsministerium. Der Staatschefin werden massive Wahlmanipulationen vorgeworfen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Manila - Rund 300 Gegner von Arroyo drangen heute in das Ministerium ein, zerstörten Fenster und gingen mit Stöcken auf Wachleute los. Die Polizei konnte die Proteste nach eigenen Angaben friedlich beenden. Ärzten zufolge wurden drei Menschen verletzt.

Die Demonstranten gehörten zu linken Bauern-Vereinigungen und skandierten: "Beendet Glorias Herrschaft". Einige Bauerngruppen kritisierten in einer gemeinsamen Erklärung Arroyos Politik, die billige Importe zu Lasten der Landwirte ermögliche. Sie forderten die Präsidentin auf, ihre Versprechen einzuhalten und für höhere Löhne, mehr Arbeitsplätze und eine Verbesserung der Situation auf dem Land zu sorgen.

Arroyo steht wegen des Vorwurfs der Wahlmanipulation massiv unter Druck. Ihr wird auch vorgeworfen, dass Mitglieder ihrer Familie von illegalem Glücksspiel profitiert hätten.

Erst am Mittwoch haben rund 30.000 Menschen in Manila ihren Rücktritt gefordert. Es war die bislang größte Demonstration gegen Arroyo. Sie blieb aber deutlich hinter den Massenprotesten zurück, als Hunderttausende 1986 und 2001 die Rücktritte der Staatschefs Ferdinand Marcos und Joseph Estrada erzwangen.