Philippinen: Estrada zieht aus - DER SPIEGEL
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Philippinen Estrada zieht aus

Der bisherige Präsident der Philippinen, Joseph Estrada, ist am Samstag mit seiner Familie aus dem Präsidentenpalast Malacanang in Manila ausgezogen. Seine Nachfolgerin Gloria Macapagal Arroyo ist bereits vereidigt.
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Manila - Estrada äußerte in seiner Abschiedserklärung zwar Zweifel an der Rechtmäßigkeit seiner Absetzung und der Vereidigung von Vizepräsidentin Gloria Macapagal Arroyo zu seiner Nachfolgerin, betonte aber, er räume sein Amt "um des Friedens willen". Er rief seine Anhängerschaft auf, gleichfalls im "nationalen Geiste der Versöhnung und Solidarität" zu handeln.

Arroyo wurde am Samstag vereidigt, nachdem der Oberste Gerichtshof der Philippinen gegen Estrada eingeschritten war, dem Bestechlichkeit vorgeworfen wird. Die USA als wichtigster Verbündeter der Philippinen begrüßten dies als Chance, die guten Beziehungen noch weiter zu vertiefen. Die US-Botschaft in Manila äußerte sich zudem zufrieden darüber, dass der Amtswechsel ohne Gewalttätigkeiten und nach den Regeln der Demokratie vollzogen worden sei.

In der Hauptstadt hatten fünf Tage lang große Menschenmengen gegen Estrada demonstriert, nachdem der Senat des Parlamentes den Anklägern im Amtsenthebungsverfahren die Einsicht in die Bankkonten des Präsidenten verweigert hatte. Am Freitag schließlich stellten sich auch die Führungen der Streitkräfte und Polizei gegen Estrada. Die meisten seiner Minister traten zurück. Am Samstagmorgen erklärte ihn der Oberste Gerichtshof für abgesetzt.